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In der Gröbenzeller Ortsmitte

Hexe-Areal: Tauziehen um Neubau

Das Hexe-Grundstück in Gröbenzell  war wieder Thema im Bauausschuss. Den Antrag auf Vorbescheid zu einem Neubau hat das Gremium nun abgelehnt.

Gröbenzell Eine Wohnungsbaugesellschaft hat Ende vergangenen Jahres das Grundstück an der Kirchenstraße 2 erworben. Darauf befinden sich das Kultlokal „Die Hexe“ und mehrere Wohnungen. Wenig später hatte die Gesellschaft den Abriss des Hauses und einen Neubau angekündigt. Der Firma gehört bereits das benachbarte Grundstück mit der alten Apotheke. Den Antrag auf Vorbescheid hat der Bauausschuss aber nun einhellig abgelehnt. Es bestehen zu viele Unklarheiten, hieß es in der jüngsten Sitzung.

Schlaf- und Ruheräume und auf lärmabgewandter Seite

Das Unternehmen plant 21 Wohnungen und Gewerbeflächen auf 1000 Quadratmetern sowie eine Tiefgarage. Nun wollte die Wohnbaufirma unter anderem wissen, ob in dem Neubau Schlaf- und Ruheräume teils auch auf der lärmintensiveren Nord- und Ostseite genehmigt würden. Das Unternehmen verwies darauf, dass mithilfe von Lärmschutz- und Lüftungseinrichtungen Schallschutzanforderungen und gesunde Wohnverhältnisse gewährleistet werden könnten.

Diesen Vorstoß lehnt der Gemeinderat allerdings ab. Denn der Bebauungsplan, der für das Areal an der Kirchenstraße gilt, schreibt vor, dass sämtliche Schlaf- und Ruheräume auf der lärmabgewandten Seite des Gebäudes anzuordnen sind. Weiterhin hat sich das Gremium dagegen ausgesprochen, vier geplante Lichtschächte außerhalb der Baulinie zu realisieren. Sie sollten als Lüftung für die Tiefgarage dienen. Auch die fünf für den Neubau nötigen Stellplätze sollen nicht neu entstehen, sondern abgelöst werden.

Ende 2016 war das Grundstück von den Brüdern Martin und Michael Schäfer verkauft worden. Laut den Plänen der Wohnbaugesellschaft soll 2019 Baubeginn sein. 2021 könnte das Anwesen bezogen werden. Dann läuft der Pachtvertrag für „Die Hexe“ aus. Auch für die darüber liegenden Wohnungen bestehen derzeit noch langfristige Mietverträge.

Noch ist unklar, ob die Hexe in Gröbenzell abgerissen wird

Allerdings ist bisher noch offen, ob das ehemalige Kultlokal an der Kirchenstraße überhaupt abgerissen werden darf. Der Verkauf des Hauses hatte in der Gemeinde teils Entsetzen ausgelöst. Gemeinderäte der SPD und Grünen hatten beantragt zu prüfen, wie der alte Bau erhalten werden könnte. Ende Februar beschloss der Gemeinderat, eine Erhaltungssatzung für das Areal aufzustellen. Diese wurde inzwischen juristisch geprüft. Auch dazu, ob die Kommune bei deren Erlass entschädigungspflichtig würde. Voraussichtlich in der nächsten Sitzung am 11. Mai wird das Gremium die Satzung diskutieren und entscheiden, ob sie erlassen wird oder nicht.

In der jüngsten Sitzung lag den Gemeinderäten lediglich eine Stellungnahme eines Rechtsanwalts vor. Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) aber sprach von insgesamt 40 Seiten, auf denen ihm Rechtsmeinungen vorliegen würden. Michael Leonbacher (FWG) forderte, dass diese Informationen den Räten noch mitgeteilt werden. (sus)

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