Gröbenzell

Hexe erhalten, aber nicht um jeden Preis

Der aktuelle Stand bei den Verhandlungen über die Hexe war eines der Themen einer Informationsveranstaltung, zu der die Grünen ins Bürgerhaus eingeladen hatten. Auf dem Podium saßen Vize-Bürgermeister Martin Runge (Grüne) und der Dritte Bürgermeister Axel von Walter (SPD).

Gröbenzell –  Die Grundstücke der einstigen Bahnhofswirtschaft, der heutigen Hexe und der benachbarten alten Apotheke in der Kirchenstraße sind im Eigentum einer Germeringer Wohnbaugesellschaft. Der Gemeinderat hatte aber mit einer „Zweidrittelmehrheit“, wie Runge verriet, beschlossen, mit der Gesellschaft einen Tausch der Grundstücke gegen gemeindlichen Grund zu verhandeln. Über den Fortschritt gaben die Bürgermeister nicht viel bekannt. Lediglich, dass es ein Angebot gab, nachdem eine vereidigte Sachverständige die Grundstücke bewertet habe.

Beide verrieten allerdings, dass sie für den Tausch und den Erhalt der alten Bahnhofswirtschaft sind. Runge betonte jedoch: „nicht zu jedem Preis“. Von Walter erklärte, dass die Grundstücke im Eigentum der Gemeinde unwiederbringliche Vorteile hätten. Wie es dort allerdings dann weitergehe, sei derzeit noch völlig offen. „Wir tauschen, um alle Optionen offen zu haben“, sagte von Walter. Ihm und Runge schwebt der Erhalt der alten Bahnhofswirtschaft vor.

Die Bürger Edeltraud Mierau-Bähr und Margarete Schlundt wollten es genauer wissen und hakten nach, was geschieht, wenn sich die derzeitigen Gegebenheiten verändern sollten. Runge versicherte: Sollten die Grundstücke in der Bahnhofstraße und oder die in der Kirchenstraße nicht mehr im vorläufig festgesetzten Überschwemmungsgebiet liegen. Oder der Bebauungsplan der Bahnhofstraße, wie er jetzt im Entwurf in Kürze gebilligt werden soll, noch geändert werden. Dann werde es eine Ergänzung zum Gutachten geben.

Stellung bezogen die beiden Bürgermeister auch zum Bebauungsplan Freyastraße. Dieser werde neu aufgestellt. Das sei notwendig, so Runge, da in den rund 300 Bebauungsplänen Gröbenzells formale und inhaltliche Fehler entdeckt wurden und Baufenster nicht mit dem aktuellen Baurecht übereinstimmten. Dabei werde aber jeder Bebauungsplan individuell und jedes Grundstück einzeln angeschaut, versicherte Runge.

Zum Bebauungsplan Freyastraße, erklärte eine Anwohnerin: „Ich bin dafür, dass das Gebiet zum allgemeinen Wohngebiet wird.“ Angesichts der immer wieder von einigen Bürgern kritisierten Planung, dass das Areal künftig kein reines Wohngebiet mehr sein soll, fügte sie hinzu: „Ich glaube wir sind viele, aber wir sind leise“.

Auf drängende Nachfrage eines anderen Anwohners, Alfred Nischwitzs, versprach Runge noch einmal, dass Ausnahmen, wie Tankstellen oder Beherbergungsbetriebe, in dem Bebauungsplan ausgeschlossen werden. Und stellte klar, sollte dann jemand ein ausgeschlossenes Gewerbe beantragen, könne das Landratsamt das fehlende Einvernehmen der Gemeinde nicht ersetzen, wie Nischwitz befürchtete.

Auch zur wahrscheinlichen Veränderung des vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebietes in Gröbenzell äußerte sich Runge noch einmal. Aus Gröbenzell wurde die Neuberechnung angestoßen, berichtete er. Er erwartet, dass in einem neu festgesetzten vorläufigen Überschwemmungsgebiet Gröbenzell und Puchheim weniger betroffen sind, Olching und Eichenau dagegen mehr. Doch solange dies nicht neu festgesetzt ist, müssten Behörden sich nach dem derzeit festgesetzten vorläufigen Überschwemmungsgebiet richten. Woraus von Walter den Schluss zog: „Mit Bauanträgen derzeit zu warten, lohnt sich vielleicht“. Denn bauen in einem Überschwemmungsgebiet ist mit zahlreichen Hindernissen verbunden.  sus

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