Gräben wurden zugeschüttet

Hochwasserschutz: Gröbenzell wird aktiv

Gröbenzell -  Zwar ist Gröbenzell in der jüngsten Vergangenheit vor Hochwasser geschont geblieben, doch die Gemeinde will nun trotzdem Schutzmaßnahmen treffen.

Auslöser waren die starken Überschwemmungen in etlichen Teilen Süddeutschlands vor ein paar Wochen. Auch Gröbenzell sei prädestiniert für Überflutungen, warnte Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) im Gemeinderat. Das Grundwasser stehe relativ hoch, Bäche wurden kanalisiert, Entwässerungsgräben verlegt, verrohrt und zugeschüttet. Zwischen 1940 und 1979 habe der Gröbenbach mehrfach größere Flächen überflutet. Vorschläge zum Hochwasserschutz gibt es bereits seit den 1970er-/80er-Jahren. Allerdings wurde diese nie umgesetzt.

Das soll sich nun ändern. „Es muss jetzt endlich gehandelt werden“, sagte auch Bürgermeister Martin Schäfer (UWG). Deshalb wurde die Verwaltung beauftragt, das Schaffen von Retentionsflächen zu prüfen und darüber auch mit den Nachbarkommunen zu verhandeln. Gemeindliche Areale, aber auch Grundstücke anderer Eigentümer sollen zudem überprüft werden, ob sie als naturschutz- und wasserrechtliche Ausgleichsflächen eignen. Auch bezüglich dieses Themas soll mit den Nachbarkommunen gesprochen werden.

Nachdem das Landratsamt im Januar die vorläufige Sicherung des Überschwemmungsgebiets auch entlang des Gröbenbach vorgenommen hatte, wovon vor allem der Norden Gröbenzells betroffen ist, hat dies nicht nur für Bürger, sondern auch für die Gemeinde Folgen. Auf so manchem Grundstück ist der Grundwasserstand so hoch, dass wahrscheinlich auf dem Areal selber kein Retentionsraum als Ausgleich geschaffen werden kann. Betroffen davon ist auch die Planung der Gemeinde für die westliche Bahnhofstraße. Die Genehmigung von Bauten ist nur in Einzelfällen möglich, heißt es in einer Stellungnahme des Landratsamtes. Möglich ist eine Genehmigung unter anderem, wenn durch den Bau verloren gegangener Retentionsraum zeitgleich ausgeglichen wird.

Als Retentionsraum, aber auch als Ausgleichsfläche aus wasserrechtlicher Sicht und als Ausgleich für das Anlegen eine Ökokontos hat Runge auch bereits ein Grundstück konkret im Auge: die sogenannten Gröbenbachwiesen im Süden der Gemeinde, eine rund 6,3 Hektar große Fläche. Würden auch nur Teile der Fläche tiefer gelegt, könnte hier im Hochwasserfall „relativ viel Wasser untergebracht werden“, erläuterte Runge. „Damit wir nicht absaufen“, machte Schäfer mit drastischen Worten klar. Ob über den Ankauf der Gröbenbachwiesen verhandelt werden soll, wird in nicht-öffentlicher Sitzung entschieden. Ein Gemeinderat, Johann Böhmer (FWG), ist Miteigentümer des Areal

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