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Eindruck vom Hof-Flohmarkt.

Gröbenzell

Hofflohmärkte in Corona-Zeiten: Schnäppchenjagd im Schnelldurchlauf

Die Hofflohmärkte in Gröbenzell sind schon fest etabliert im Kalender – diesmal war alles aber etwas anders. Coronabedingt gab es weder Speisen noch Getränke, zu lange sollte sich niemand an den Ständen aufhalten. Dennoch war der Zuspruch riesig – und alle waren froh über das Stück Normalität.

Gröbenzell – Vor dem Gartentor zieht sich Miriam Nowak zuerst die Maske an und schüttet sich Desinfektionsmittel, das am Eingang bereitsteht, auf die Hände. Erst dann tritt sie an einen Stand. Das sei zwar ungewohnt, aber: „Ich bin total glücklich, dass die Hofflohmärkte überhaupt wieder stattfinden können“, sagt Nowak. „Da stört es mich nicht, dass ich eine Maske tragen muss.“

Riesiger Andrang

So geht es den meisten Besuchern. „Die Leute kommen in Scharen“, sagt Verkäuferin Heidemarie Richter. Sie muss heuer wegen des Coronavirus nicht nur Desinfektionsmittel bereitstellen, sondern auch darauf achten, dass sich keine größeren Gruppen bilden und alle ihre Maske tragen. Außerdem zeigen gelbe Pfeile am Boden an, in welche Richtung die Kunden an ihrem Stand laufen müssen. „Für uns war es kein großer Aufwand, aber es ist wichtig, damit die Leute geschützt sind“, sagt sie.

Keller überfüllt

An anderen Ständen weisen große Schilder auf die Maskenpflicht oder die Abstandsregeln hin. Bei vielen Besuchern, die mit dem Rad unterwegs sind, baumelt die Maske am Lenker. Die Stimmung ist gut, auch bei Marcus und Cornelia Schillinger. Sie verkaufen Teller, Gläser, Besteck und Porzellanfiguren aus einer Haushaltsauflösung. Eigentlich wollten sie bereits im April alles auf dem Flohmarkt verkaufen, aber dann kam Corona. „Deshalb hatten wir alles im Keller stehen. Ich bin schier durchgedreht, weil man gar nicht mehr hineingekommen ist“, sagt Marcus Schilling. Er ist froh, nun etwas Platz schaffen zu können.

Großes Wiedersehen

Für seine Frau spielt noch ein anderer Aspekt eine Rolle: „Es ist wieder ein bisschen Normalität.“ Außerdem treffe man endlich wieder Bekannte und Nachbarn. Auch Schwiegermutter Traudl Schillinger ist mit dem Radl vorbeigekommen. Sorgen wegen Corona macht sie sich nicht: „Ich passe schon sehr auf, aber der Hofflohmarkt ist im Freien. Das ist kein Problem.“

Kurz darauf besucht Andreas Wolter mit seiner Ehefrau den Stand. „Es ist ein super Event. Nur die Gastro-Geschichte kommt diesmal etwas zu kurz“, sagt Wolter. Die Verkäufer dürfen keine Speisen und Getränke verkaufen oder – wie sonst üblich – Sitzgelegenheiten aufstellen.

Strenge Regeln

Organisator Vukasin Latinovic erklärt den Grund: „Wir müssen darauf achten, dass es keine Gruppenbildung gibt und sich niemand zu lange an den Ständen aufhält.“ Den ursprünglichen Termin im Mai musste Latinovic absagen. Umso mehr freut er sich, dass es nun doch klappt: „Es hat schon Tradition in Gröbenzell und wir hätten etwas vermisst, wenn die Hofflohmärkte ausgefallen wären.“

Seit 2014 finden sie zweimal jährlich statt – einmal im Norden und einmal im Süden. 140 Verkäufer haben sich im Süden angemeldet. Das seien nur etwas weniger als im Vorjahr. „Es gab schon welche, die wegen Corona gezögert haben. Aber die meisten haben sich total darauf gefreut“, sagt Latinovic.

So wie Katja Milkereit: „In der Corona-Zeit haben wir unsere Sachen durchgeschaut und festgestellt, dass wir das ein oder andere nicht mehr brauchen.“ Mit Freunden hat sie einen gemeinsamen Verkaufsstand organisiert. „Es ist ein toller Erfolg, immer wieder geht etwas weg“, sagt sie.

Masken gefragt

Rita Zapf ist nicht ganz so zufrieden. „Wir hatten uns mehr erhofft, weil durch die Corona-Monate so lange Stillstand war.“ Immerhin die selbst genähten Masken laufen ganz gut. Auch Sabine Beck und ihre Tochter haben sich zwei der bunten Mund-Nasen-Bedeckungen gekauft. Beck ist ein großer Fan des Hofflohmarktes: „Das ist ganz wichtig für Gröbenzell, weil man sich begegnet und ins Gespräch kommt.“ Zwar sei es heuer etwas anders als gewohnt. „Aber es ist trotzdem ganz toll. Wir haben schon so viel gekauft. Man entdeckt immer wieder tolle Schätze.“ (Andreas Schwarzbauer)

Nächster Termin

Der Hofflohmarkt im Süden findet am Sonntag, 19. Juli, von 10 bis 17 Uhr statt.

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