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Unter einem Schirm: Die Gemeinderäte von FDP, Grünen, SPD und UWG am Infostand.

Pläne für Bahnhofskiosk

Hundert Gröbenzeller für Döner-Boykott

Gemeinderäte von FDP, SPD, UWG und Grünen informierten die Gröbenzeller über die Pläne der Bahn, einen Döner-Imbiss im Bahnhofskiosk zu eröffnen. Dabei zeichnete sich ein recht klares Stimmungsbild ab.

Gröbenzell – Gröbenzeller Bürger, die sich einen weiteren Döner-Imbiss am Bahnhof wünschen, sind wohl überwiegend zu Hause geblieben oder haben den Bahnhof gemieden. Vier Stunden lang standen trotzdem Gemeinderäte von FDP, Grünen, SPD und UWG trotz zeitweise heftigen Regens einträchtig vereint unter einem großen Schirm am Bahnhof, um die Bürger zu informieren. Die Gemeinderäte sind einheitlich gegen die Döner-Pläne der Bahn – und mussten auf der Straße wenig Überzeugungsarbeit leisten.

Rund 100 Bürger unterstützen laut Martin Runge (Grüne) mit ihrer Unterschrift den Aufruf „Gröbenzell braucht keinen dritten Dönerladen im Ortszentrum, sondern eine Verkaufsstelle für Fahrkarten, Reisebedarf und Presseartikel“. Die UWG-Gemeinderätin Cordula Braun stellte zudem fest, an den Freitagen könne das Fast Food vom Spieß sogar an vier Stellen im Ortszentrum erstanden werden. Denn am freitäglichen Markt in der Rathausstraße werden neben Grillhähnchen auch Döner verkauft.

Anwohner befürchten mehr Lärm durch die Gastronomie in Gröbenzell

Für viele Bürger, die den Weg zu dem Infostand gefunden haben, ist das einfach zu viel. So ist etwa Friedrich Lange überzeugt: „Ein weiterer Dönerladen ist total überflüssig.“ Der Fahrkartenverkauf sei ihm wichtiger. Denn er ärgere sich darüber, dass die Fahrkartenautomaten am Bahnsteig nicht immer funktionierten. Thomas Freckmann war geradezu entsetzt über das Vorhaben der Bahn: „Das geht gar nicht,“ sagt er. Er fürchtet vor allem den Gestank, der von einem solchen Laden ausgeht. 

Auch Verena und Florian Ziegler sehen nur Nachteile. Die beiden wohnen nahe der kleinen Dönergaststätte im nördlichen Gröbenzell. Schon jetzt leiden sie unter dem Geklapper von Flaschen, wenn Leute abends am Bahnhof herumstehen. Sie glauben, dies könnte noch mehr werden. Zu den direkt Betroffenen gehört ebenfalls Adullah Weber, einer der beiden Betreiber der bereits existierenden Dönerläden. Er hat die große Sorge, dass die Döner-Flut zu einer vernichtenden Konkurrenzsituation führt. Er habe bereits die Eröffnung des Verkaufs im nördlichen Gröbenzell zu spüren bekommen.

Grüner Runge: Konkurrenz könnte in diesem Fall schädlich sein

Grünen-Gemeinderatsmitglied Martin Runge kann das nachvollziehen. Ein dritter Döner-Imbiss würde nicht lange überleben – oder aber es würden nicht nur Döner und Grillhähnchen, sondern auch Alkohol verkauft und Spielautomaten betrieben. Die Bahn plant, wie berichtet, in dem alten DB-Service-Store, der seit Jahren leer steht, eine Gastronomie mit sechs Stehtischen und 22 Stühlen. Diese konkreten Pläne wurden in der jüngsten Gemeinderatsitzung bekannt. Damit war die Debatte beendet und das Gremium hat sich einstimmig dagegen ausgesprochen.

Von Susanne Schwind

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