Hans Hönninger wurde 77 Jahre alt
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Hans Hönninger wurde 77 Jahre alt

Nachruf

In seiner Freizeit lebte er für die Kunst

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Wer einen Verein führt, braucht ein Händchen für Menschen – und das hatte Hans Hönninger. Im Künstlerverein GröbenArt schaffte es der langjährige Vorsitzende immer wieder, wie ein Dirigent alle Interessen in Einklang zu bringen.

Gröbenzell – Er galt als großartiger Organisator und war selbst leidenschaftlicher Künstler. Als Autodidakt ging der 1943 in Lichtenfels geborene Hönninger in der Malerei seinen eigenen Weg, ohne sich jedoch neuen Entwicklungen und Impulsen von außen zu verschließen. Anregung holte er sich in Kursen bei namhaften Kollegen.

Die Kunst bot ihm einen willkommenen Ausgleich zu seinem eher nüchternen Berufsleben. Hönninger war lange beim Bayerischen Rundfunk für das Versicherungswesen zuständig. 2002 gehörte der Familienvater zu den Gründungsmitgliedern des Kunstvereins GröbenArt. Er wurde zunächst Schatzmeister, dann Zweiter und 2005 schließlich Erster Vorsitzender.

Im selben Jahr eröffnete der Verein ein eigenes Künstlerhaus. Das Gebäude am Ortsrand von Puchheim war der Bürgerstiftung des Landkreises vermacht worden – mit der Auflage, dass es für kulturelle Zwecke genutzt werden sollte. Damit hatte der Verein ein Zuhause, das er als Arbeits- und Ausstellungsort nutzen konnte.

Zweimal im Jahr präsentierten die Künstler ihre Werke der Öffentlichkeit, oft auch im grünen Ambiente der Außenanlagen. Darüber hinaus organisierte Hönninger gemeinsam mit seinen Kollegen Ausstellungen in Fürstenfeldbruck und München, Ateliertage in Gärten sowie kombinierte Kunst- und Musikprojekte. Im Lutherjahr 2017 beteiligte er sich am ökumenischen Reformationsgedenken mit einem farbig gestalteten Verbindungsweg zwischen der evangelischen Zachäuskirche und dem katholischen Gotteshaus St. Johann Baptist.

Hönninger war bekannt für seinen Humor, seine Herzlichkeit und seine Leidenschaft für Yoga. Als er aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz des Künstlervereins niederlegen musste, blieb er für seine Nachfolger dennoch stets ansprechbar und nahm auch weiter an den Vorstandssitzungen teil – sogar noch wenige Wochen vor seinem Tod. An der Herbstausstellung im Kunsthaus hätte er sich ebenfalls wieder beteiligt, wenn sie denn hätte stattfinden können. Doch Werke der GröbenArt-Künstler wird die Öffentlichkeit erst wieder nach Ende des Lockdowns sehen können. Dann möchte der Verein auch mit einer Einzelausstellung an Hans Hönninger erinnern.

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