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Tausch auch noch eine Option

Jetzt steht es fest: Gröbenzell prüft Kauf des Hexe-Areals

Der Gemeinderat hat mehrheitlich beschlossen, jetzt auch den Kauf der beiden Grundstücke in der Kirchenstraße, bebaut mit der Hexe und der alten Apotheke, zu verhandeln. 

Gröbenzell – Vize-Bürgermeister Martin Runge (Grüne) soll die Möglichkeiten mit den Eigentümern, einer Germeringer Wohnbaugesellschaft, ausloten. Weiter laufen auch die Tauschverhandlungen (Hexe-Areal gegen gleichwertigen Gemeindegrund an anderer Stelle). Die Gesellschaft macht allerdings Druck und hat bereits einen Bauantrag eingereicht. Den hatte die Gemeinde abgelehnt, da er in Teilen nicht den Vorgaben des Bebauungsplans entspreche.

Im Gemeinderat gab es heftigen Widerstand gegen die Kaufverhandlungen. Sechs CSU-Räte, Klaus Coy (FDP) und Marianne Kaunzinger (UWG) votierten dagegen. Thomas Eichler sagte: „Das Problem für mich ist, dass niemand wirklich eine Vorstellung hat, was mit den Grundstücken geschehen soll.“ Seine Fraktionskollegin Anita Rieger betrachtete es als „verantwortungslos“, „zwei alte und kaputte Gebäude zu übernehmen“, die nicht erhalten werden könnten. Für sie stand fest: „Die Hexe, wie wir sie kennen, wird es nicht mehr geben.“ Lediglich Michael Schweyer von der CSU unterstützte den Kauf-Vorstoß, der aus seiner eigenen Partei kommt.

Angeregt hatte dies nämlich Jugendreferent Anton Kammerl. Seinen Antrage begründete er so: „Die Gemeinde muss Farbe bekennen, ob sie diesen zentralen Ort für die Zukunft sichern will oder die Bebauung privaten Investoren überlässt.“ Die Hexe sei eine Wirtschaft mit Geschichte, „die vor allem Jugendlichen Heimat geworden ist“. Kammerl: „Für mich ein großer Schatz.“

Für Peter Falk (SPD), der seinen 54. Geburtstag feierte, war der Antrag „das schönste Geschenk“. Die Gemeinde müsse prüfen, wie sie mit „historischer Substanz“ umgeht. Man brauche „Kristallisationspunkte“. Dem widersprach Brigitte Böttger (CSU). Es gebe viele wunderschöne Häuser, die wesentlich älter sind. Sie mahnte: „Wir können die nicht alle kaufen.“

Kammerl hatte in seinem Antrag vorgeschlagen, die Bodenrichtwerte von 2018 als Grundlage zu wählen. Ein Kauf sei in seinen Augen einfacher und schneller zu realisieren, als ein Tausch. Auf Vorschlag von Michael Leonbacher (FWG) wurde festgelegt, es solle über den Erwerb, egal ob Tausch oder Kauf, verhandelt werden. Die Bodenrichtwerte als Handlungsgrundlage zu sehen, hielt Leonbacher, der bei einem Notar tätig ist und täglich mit Grundstücksverkäufen zu tun hat, jedoch für unrealistisch. „Für den Bodenrichtwert bekommen wir in Gröbenzell überhaupt nichts“, sagte er.

Auch Runge sprach sich für einen Erwerb der Grundstücke aus. Er erwartet aber, dass ein Tausch wahrscheinlicher ist. Denn Geld sei nicht knapp, aber Grund.  sus

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