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Jetzt trägt die Turnhalle den Namen eines Olympia-Stars

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Von: Guido Verstegen

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Und runter mit der Abdeckung: Paul Barth und seine Ehefrau Evi halfen bei der Enthüllung des Namensschildes. Bürgermeister Martin Schäfer (2.v.l.) schaute sich das Spektakel aus nächster Nähe an.
Und runter mit der Abdeckung: Paul Barth und seine Ehefrau Evi halfen bei der Enthüllung des Namensschildes. Bürgermeister Martin Schäfer (2.v.l.) schaute sich das Spektakel aus nächster Nähe an. © WEBER

Die Dreifachturnhalle im Freizeitzentrum an der Wildmoosstraße heißt nun Paul-Barth-Halle. Die Gemeinde ehrt mit der Umbenennung den 77-Jährigen, der Bronze bei Olympia 1972 in München gewann und Judo in Gröbenzell groß machte.

Gröbenzell – „Die Menschen sind Rivalen im Wettkampf, aber geeint und Freunde durch ihr Ideal in der Ausübung ihres Sportes und noch mehr im täglichen Leben“, sagte der Japaner Jigaro Kano (1860-1938), der mit Judo eigentlich keine Sportart begründete, sondern ein ihr zugrunde liegendes Prinzip beschrieb. Wer am Donnerstagabend im Rathaus beobachtete, zuhörte und zwischen den Zeilen der Anekdoten las, der bekam eine Ahnung davon, welche Werte Paul Barth ausmachen und welche Werte er seinen Schützlingen in den vielen Jahren nicht nur auf der Matte vermittelte. „Er ist ein aufrichtiger, ehrlicher Kerl“, sagt Eicke Götz, ehemaliger Bürgermeister von Gröbenzell. Barth ergänzt: „Wir haben uns auf Anhieb verstanden, er hat mich immer unterstützt.“

Am 19. März 1973 demonstrierte Paul Barth gemeinsam mit Gerd Egger verschiedene Stand- und Bodentechniken aus dem Judo in der Turnhalle der Ährenfeldschule, noch am gleichen Tag wurde die Gründung der neuen Abteilung im 1. SC Gröbenzell bekannt gegeben – der Beginn einer Ära. „Mir war klar: Wenn Gerd mir hilft, dann wird das ein Erfolg“, sagt Barth über seinen Freund, der unter anderem als Kadertrainer zahlreiche Spitzen-Judoka ausbildete.

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Der 78-Jährige feierte ebenso mit wie Günther Neureuther, Barths Nachfolger beim TSV Großhadern, und Siegi Sterr, der Barth seit über 60 Jahren kennt: „Dass jetzt eine Sportstätte nach diesem großartigen Judoka benannt wird, mit dem man auch noch feiern kann, zudem in Großhadern eine Judo-Halle steht, die meinen Namen trägt, und wir beide noch leben, das ist großartig!“, so Sterr in seiner Festrede. Und für Barth stand immer schon fest: „Wenn ich mal selbstständig einen Klub aufmache, dann so wie der Siegi – mit Sport, Geselligkeit und einem guten Klima.“

SPD-Gemeinderat Axel von Walter begann 1984 mit Judo, ist bis heute Mitglied der SC-Abteilung. Barth und Co., das sei „der Jackpot für den Start in Gröbenzell“ gewesen, betonte er in seiner launigen Rede. Umso mehr freue er sich, dass der Gemeinderat die Umbenennung der Halle mitgetragen habe: „Geräuschlos und einstimmig, das ist nicht selbstverständlich für Gröbenzell.“

Im und am Sitzungssaal des Gemeinderats erlebten die Gäste einen entspannten und vom Jazz-Quartett Elkamomo gekonnt untermalten Abend. Zuvor hatten Barth und seine Frau Evi an der Halle das Namensschild enthüllt. „Der Mann, der das Schild aufgehängt hat, meinte gleich: ‚Ach, der Pauli, bei dem habe ich auch trainiert!’“, erzählte Bürgermeister Martin Schäfer (UWG).

Auch interessant: Interview mit Paul Barth.

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