Gemeinde denkt über neue Formen nach

Ist Jungbürgerversammlung noch zeitgemäß?

Gröbenzell - 2400 Gröbenzeller im Alter von 14 bis 25 Jahre leben in der Gemeinde am Gröbenbach. Doch zur Jungbürgerversammlung kamen nur äußerst wenige. Nun denkt die Gemeinde über neue Formen nach.

Gemeinderäte, Rathausmitarbeiter, Parteien- und Vereinstreter waren zahlreich zur Jungbürgerversammlung in der Jugendbegegnungsstätte Impuls gekommen. Doch nur wenige Jugendliche waren der Einladung der Gemeinde gefolgt. Von den 2400 Gröbenzellern im Alter von 14- bis 25 Jahre waren nur rund zehn gekommen. Bürgermeister Martin Schäfer war überrascht. Ein junger Mann erklärte ihm dann auch Grund. „Die Gesamtsituation in Gröbenzell ist in Ordnung“, meinte er.

Auf Nachfrage meinte Schäfer, dass man aus dem mangelnden Interesse Konsequenzen ziehen werde. So denke man darüber nach, ob die Jungbürgerversammlung noch zeitgemäß sei. Eventuell werde man sich etwas anderes überlegen.

Vor einem Jahr war die Versammlung gut besucht gewesen. Damals war die Gaststätte „Hexe“ geschlossen. Groß war der Wunsch nach Räumen, in denen die Jugendlichen feiern und ihre eigenen Getränke mitbringen können. Die Gemeinde ging auch auf die Suche, doch sie wurde nicht fündig. Mittlerweile hat auch die Hexe wieder geöffnet. Dementsprechend wurde der Wunsch nach Räumen von keinem der Besucher geäußert. Auf Nachfrage des Bürgermeisters hieß es lediglich von einem jungen Mann: „An so etwas bin ich nicht interessiert, dafür gibt es genügend private Angebote.“

Ganz wunschlos glücklich war er dann aber doch nicht. Ein bis zwei zusätzliche Nacht-S-Bahnen könnte er sich schon vorstellen. Froh waren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen über das Angebot Anrufsammeltaxi, mit dem sie problemlos auch in den Westen des Landkreises fahren können.

Ein Thema, beschäftigte mehrere der Anwesenden: mehr Sicherheit für Radler, vor allem in Straße Am Zillerhof. Einer wünschte sich, dass die Tempo-30-Zone im Bereich der Einmündung Pfarrer-Thaurer-Straße erhalten bleibt, auch jetzt nachdem die Freya-Unterführung für den Verkehr in beide Richtungen wieder geöffnet wurde. Zudem forderte er mehr Geschwindigkeitskontrollen in diesem Bereich als bisher. „Hier schießen die Autos mit 80 durch“, erklärte er. Mit seinem Wunsch nach Beibehaltung des Tempo 30, stieß der junge Mann beim Bürgermeister auf offene Ohren. „Ich will dies auch beibehalten“, sagte Schäfer und versprach, dass der Gemeinderat darüber diskutieren werde.

Doch es waren nicht nur rasende Autofahrer, die Jugendlichen kritisierten. Auch Radler, die von der Brücke über die Bahn in die Zillerhofstraße herunterschießen, störten sie. Denn an Kreuzungen führe dies immer wieder zu gefährlichen Situationen. Brenzlig wird es auch immer wieder an der Einmündung vom Sportgelände in den Radweg entlang der Zillerhofstraße, wo Schüler mittags oftmals zu mehreren nebeneinander unterwegs sind.

Wie diese Gefährdungen zu verhindern sind, dazu hatte niemand eine Lösung parat. Zudem zeige die Unfallstatistik in diesem Bereich keine Auffälligkeiten, erklärte der Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus, Georg Hörl. Doch Bürgermeister Schäfer mahnte: „Auch Radler müssen vorsichtig fahren.“

von Susanne Schwind

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