Gröbenzell

Junge Union will aus der Hexe ein Jugendzentrum machen

Die Zukunft der Kultkneipe Hexe im Ortszentrum ist weiterhin ein heißes Thema. Vize-Bürgermeister Martin Runge (Grüne) verhandelt derzeit hinter verschlossenen Türen mit der Germeringer Wohnbaugesellschaft, die das Grundstück gekauft hat – vorher hat es Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) gehört. Ziemlich konkrete Vorstellungen hat derweil bereits die Junge Union (JU).

Gröbenzell –  „Wir wollen einen Erhalt der Bahnhofswirtschaft und im Besonderen den Erhalt der Hexe“, teilt Schatzmeister Maximilian Rötzer mit. Der Treffpunkt für Junge und Junggebliebene sei erhaltenswert. Wo sonst in Gröbenzell und Umgebung könne man sich ungezwungen mit Freunden treffen, in einer entspannten Atmosphäre zu nicht völlig abgehobenen Preisen? Das fragt sich zumindest der CSU-Nachwuchs.

Die JU würde das Gebäude gerne als eine Art Jugendzentrum mit Jugendkultur nutzen. Tagsüber soll es dem Streetworker der Gemeinde als Anlaufstelle dienen. Abends soll es als Wirtschaft genutzt werden. Die Gemeinde soll diese zu einem angemessenen Geldbetrag verpachten. Rötzer lässt auch die historische Bedeutung der einstigen Bahnhofswirtschaft nicht unerwähnt – vor allem, wo Gröbenzell immer mehr historische Substanz verliere.

Zu jedem Preis aber will die JU das Gebäude und die Hexe nicht erhalten. Denn wie der Parteifreund Rötzers, Gemeinderat Michael Schweyer, betont: „Jeder Euro, der ausgegeben wird, fehlt uns natürlich an anderer Stelle.“ Wie immer es ausgehen mag: Die JU fordert Alternativen für einen Jugendtreff, und zwar im Ortszentrum. Eine Verdrängung der Jugendlichen an den Ortsrand wollen sie nicht akzeptieren. Hierfür stellen sie sich ein gemeindliches Gebäude vor, das zur Renovierung oder Sanierung ansteht. Der JU schwebt kein neues Lokal, sondern ein Umzug der Hexe in ein anderes Gebäude vor. An welches Gebäude dabei gedacht ist, ist laut Schweyer jedoch derzeit völlig offen.

Der Wunsch, die Hexe zu erhalten, ist groß. Eine Demonstration zum Erhalt des Gebäudes trieb vor wenigen Wochen rund 300 Bürger vor das Rathaus. Auf einer Unterschriftenliste des Interessenvereins haben sich bereits 1400 Bürger eingetragen. Der Gemeinderat hat sich zwar mehrheitlich dafür ausgesprochen, mit den Eigentümern über Ankauf oder Tausch gegen gemeindliche Grundstücke in der Bahnhofstraße zu verhandeln. Unter den Gemeinderäten ist dies aber umstritten, auch innerhalb der CSU.  sus

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