Mussten sich auch kritischen Fragen stellen: Katrin Staffler (v.l.) von der CSU, Ulrich Bode (FDP), Beate Walter-Rosenheimer (Grüne), Susanne Droth (Freie Wähler) und Michael Schrodi (SPD). 	Foto: Peter weber
+
Mussten sich auch kritischen Fragen stellen: Katrin Staffler (v.l.) von der CSU, Ulrich Bode (FDP), Beate Walter-Rosenheimer (Grüne), Susanne Droth (Freie Wähler) und Michael Schrodi (SPD).

Vor der Wahl

Kandidaten für den Bundestag treffen auf einander

Fünf Direktkandidaten für die Bundestagswahl konnten die Gröbenzeller im Saal des Freizeitheimes kennenlernen.

Gröbenzell – Die Volkshochschule hatte Ulrich Bode (FDP), Susanne Droth (Freie Wähler), Beate Walter-Rosenheimer (Grüne), Michael Schrodi (SPD) und Katrin Staffler (CSU) zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Rund 70 Zuhörer erfuhren so zum Beispiel, welche Eigenschaften ein Bundestagsmitglied haben sollte.

Laut Droth ist dies vor allem Ehrlichkeit. Schrodi sagte außerdem, es sei wichtig, authentisch zu bleiben. Bode erklärte: „Fachwissen zu haben, ist ganz hilfreich.“ Walter-Rosenheimer nannte unter anderem Leidenschaft, Hartnäckigkeit und Durchsetzungskraft. Staffler erklärte, dass das Zuhören eine immense Bedeutung habe.

Ganz so lässig blieb es bei den Fragen aber nicht. Staffler wurde darauf angesprochen, dass der in die Kritik geratene Verkehrsminister Andreas Scheuer auf einem der vordersten Listenplätze der CSU platziert ist. Sie erklärte: „So ist die Demokratie, auch wenn es einem nicht immer gefällt.“ Droth hatte auch ein heißes Thema zu beackern: dass sich FW-Vorsitzender Hubert Aiwanger nicht impfen lässt. „Die Äußerungen waren nicht hilfreich“, kommentierte sie dies.

Einer der beherrschenden Punkte des Abends war der Klimawandel. Walter-Rosenheimer hoffte, dass die Flutkatastrophe ein Klima-Weckruf war. Sie hoffe, „dass endlich gehandelt wird“. Zudem wünscht sie sich bei der Umsetzung von Maßnahmen weniger Bürokratie. Zwei Aussagen, für die sie Beifall bekam.

Ähnlich äußerte sich Droth bezüglich der Mühlen der Bürokratie. So hätten Bürger eine Photovoltaikanlage auf ihr Dach gebaut und anschließend acht Monate warten müssen bis diese ans Netz geht. Staffler betonte: „Ich setze auf starke Anreize.“ Bayern sei bei der Energiewende bundesweit die Nummer 1. Diese Äußerung brachte heftigen Protest hervor.

Auch von Schrodi kam heftige Kritik, unter anderem an der bayerischen 10H-Regel für Windräder. Allein im Landkreis habe diese den Bau von acht Windrädern gestoppt. Und auch die Pflicht für Photovoltaikanalgen auf Neubauten sei abgelehnt worden. Bode setzte vor allem auf Emissions- und Zertifikatshandel und marktwirtschaftliche Instrumente. Er erinnerte daran, was in Sachen Corona geleistet wurde. Nämlich innerhalb eines Jahres einen Impfstoff auf den Weg zu bringen.

Auch die soziale Schere war Thema der Diskussion. Walter-Rosenheimer ist überzeugt, dass diese sich immer weiter öffnet. Sie fordert etwa eine Kindergrundsicherung, das Überdenken von Hartz IV, einen Mindestlohn von zwölf Euro, und die Stärkung des sozialen Wohnungsbaus. Diesen strebt auch Staffler an. Das sei das „Sprengstoffthema für unsere Gesellschaft in unserer Region“. Für die CSU-Kandidatin liegt die Lösung darin: „bauen, bauen, bauen“. Schrodi könnte sich auch ein Baugebot vorstellen, wenn Möglichkeiten zum Bauen da sind. Und Bode machte sich für ein Grundeinkommen stark. (sus)

Auch interessant: Die Wahl zum Bundestag 2021 in der Region Fürstenfeldbruck/Dachau

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare