Antrag abgelehnt

Gröbenzell verzichtet auf zusätzliche Wasser-Messstellen

 Viele Gröbenzeller sind nah am Wasser gebaut – zumindest deren Grundstücke, da sie im vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet liegen. 

Gröbenzell – Das Bauen ist hier erschwert, aber nicht unmöglich. Eine wasserrechtliche Genehmigung ist erforderlich, es muss etwa ein Ausgleich für durch den Bau verdrängtes Wasser nachgewiesen werden.

Johann Böhmer, der damalige Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Gemeinderat, hatte im Mai vergangenen Jahres beantragt, fünf zusätzliche Grundwassermessstellen einzurichten, sodass Bauherren im Bedarfsfall ein Referenzpegel zur Verfügung steht. Drei Messstellen existieren bereits in der Gemeinde. Nach mehrfacher Beratung des Antrags hat der Gemeinderat dies aber nun mit großer Mehrheit abgelehnt.

Im September hatte die Rathausverwaltung noch empfohlen, die zusätzlichen Messstellen einzurichten, einschließlich anfallender Kosten hätte dies rund 40 000 Euro gekostet. Doch eine Entscheidung wurde nicht getroffen. Es wurde eine Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes München eingeholt. Das Amt begrüßte auch die neuen Messstellen, da diese „einen Erkenntnisgewinn über die Grundwasserstände und den Grundwasserschwankungsbereich erwarten lässt“.

Der zuständige Mitarbeiter im Wasserwirtschaftsamt machte aber darauf aufmerksam, dass eine genaue Ermittlung des mittleren höchsten Grundwassers (MHGW) nicht nur von einer ausreichenden Anzahl von Grundwassermessstellen abhängig sei. Der Stand stelle vielmehr einen statistischen Wert einer mindestens zehn Jahre langen Messreihe dar. Die Rathausverwaltung riet dazu, die Messstellen nicht einzurichten, da „aktuell keine präziseren Aussagen zum MHGW getroffen werden“ können, hieß es im Arbeitspapier zur Gemeinderatssitzung.

Böhmer konnte sich im Gemeinderat für seinen Antrag nicht mehr stark machen, er ist mittlerweile aus dem Gremium ausgeschieden. An seiner Stelle setzte sich der jetzige Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Michael Leonbacher (FWG), für den Antrag ein und betonte, dass damit ein Service für die Bürger geschaffen werden könne. Doch Anton Kammerl (CSU) hielt dagegen, dafür müssten 600 Messstellen geschaffen werden, denn der Grundwasserstand variiere auf wenigen Metern.  sus

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