Hexe in Gröbenzell

Kinder bitten im Gemeinderat um eine Zukunft des Kult-Lokals

Wird die Gemeinde Eigentümerin der einstigen Bahnhofswirtschaft Hexe und des Nachbargrundstücks mit der Alten Apotheke? Seit Monaten verhandeln Vertreter der Gemeinde und der zweite Bürgermeister Martin Runge (Grüne) mit den Eigentümern, eine Germeringer Wohnungsbaugesellschaft, hinter verschlossenen Türen.

Gröbenzell –  Man will die Grundstücke gegen gemeindliche Grundstücke in der Bahnhofstraße eintauschen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Im Rahmen der aktuellen Viertelstunde der Gemeinderatssitzung machten sich sogar Grundschulkinder für den Erhalt der Gaststätte stark. Drei Schülerinnen der Gröbenbachschule meldeten sich zu Wort. Ihnen sei zu Ohren gekommen, dass der Gemeinderat an diesem Abend über die Hexe entscheiden werde. Deshalb appellierten sie an die Gemeinderäte, „bitte stimmen sie für den Erhalt“. Denn in der Hexe könne man Freunde treffen, Schulabschlüsse feiern, Karten spielen, ratschen und diskutieren. „Es wäre toll, wenn auch wir in die Hexe gehen dürften.“ Obwohl bis dies der Fall sein könnte, müssten noch einige Jahre vergehen.

Viele erhoffen auf Erhaltung der Hexe

Die Wohnbaugesellschaft will die Gebäude auf den beiden Grundstücken abreißen und ein Wohn- und Geschäftshaus hinstellen. So mancher Bürger hofft, dass es dazu nicht kommt und dass so die Hexe erhalten bleibt. Vor Monaten waren bereits 300 Bürger zum Rathaus gezogen und hatten sich für den Erhalt eingesetzt. Zudem wurden mehr als 1800 Unterschriften gesammelt, die ebenfalls den Grundstückstausch wünschen.

Abgestimmt wurde über den möglichen Grundstückstausch an diesem Abend jedoch nicht, verriet die Fraktionsvorsitzende der CSU, Brigitte Böttger, am Tag danach. Denn bereits der öffentliche Teil der Gemeinderatsitzung hatte erst wenige Minuten vor 23 Uhr geendet. Anschließend noch nichtöffentlich über den Tausch zu diskutieren und zu entscheiden wurde deshalb abgelehnt. Böttger verriet auch, dass sie von der Wortmeldung der drei Grundschülerinnen wenig begeistert war. Die Kinder zu instrumentalisieren hält sie für befremdlich.(sus)

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