Neben München

Wo könnte Gröbenzell noch wachsen?

Gröbenzell - Gröbenzell ist eine dicht bebaute Gemeinde, eingekeilt zwischen Lochhausen, Olching und Puchheim. Viele Möglichkeiten zu wachsen hat der Ort nicht. Die wenigen versucht man nun auszuloten.

Gutes und bequemes Schuhwerk ist gefordert. Der Mitarbeiter des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum Andre Krimbacher läuft das gesamte 6,3 Hektar große Gemeindegebiet ab. In Vorbereitung auf einen überarbeiteten beziehungsweise neuen Rahmenplan hat die Gemeinde nämlich den Verband damit beauftragt, einen Demografiebericht zu erstellen.

Dieser soll aufzeigen, wie sich die Alterszusammensetzung der Bevölkerung entwickeln wird. Mit Hilfe des Berichts kann die Gemeinde dann besser planen, wie viele Kinderbetreuungseinrichtungen in Zukunft notwendig werden, wie sich die Zahl der Schüler entwickeln wird und wie viele Einrichtungen für Senioren nötig sind. Grundlage eines solchen Berichts aber ist ein Baulandkataster. Ein Kataster, das aufzeigen, soll welche Siedlungsreserven es in der Gemeinde noch gibt. Dazu wurden zunächst der Flächennutzungsplan und die Bebauungspläne studiert.

 Krimbacher prüft nun, was von dem vorhandenen Baurecht bereits umgesetzt wurde. Er fragt auch: Wo gibt es noch Baulücken in Gröbenzell? Wo könnte ein Dachgeschoss ausgebaut werden? Auf welchen Grundstücken könnte ein größeres Baurecht verwirklicht werden? Ziel das Ganzen ist es, Klarheit darüber zu bekommen, welche Auswirkungen es auf Gröbenzell hätte, wenn im Innenbereich verdichtet wird und die Zahl der Einwohner um mehrere tausend ansteigt. Zudem erhofft man sich eine Anwort auf die Frage, was es bedeuten würde, wenn man im Außenbereich noch Bauland ausweist. Der Stadtplaner Krimbacher läuft dafür das Gemeindegebiet drei Wochen lang ab und begutachtet rund 4400 Grundstücke von außen. Seine gut eingelaufenen Joggingschuhe an den Füßen, das linke leicht lädierte Knie durch eine Bandage gestützt, ist er von morgens bis zum späten Nachmittag unterwegs. In der Tasche einen Regenschirm, auf dem Kopf eine Kappe, die ihn vor der Sonne schützt. Wie viele Kilometer oder wie viele Schritte er dabei an jedem Tag läuft, kann er nicht sagen. „Das würde mich aber auch interessieren“, meint er mit einem Lachen. In der Hand trägt er eine digitale Flurkarte auf der jedes Grundstück, jedes Gebäude in der Gemeinde vermerkt ist. Und dort trägt er ein, wie viele Stockwerke die Häuser haben, ob das Erdgeschoss gewerblich genutzt wird und ob das Dachgeschoss voll ausgebaut ist.

Sein Augenmerk richtet er aber auch auf die Umgebung des Hauses. Ist der Gartenstadtcharakter erhalten? Besteht ein Vorgarten, stehen Bäume auf dem Grundstück oder in der Straße? Grenzt das Haus t an die Nachbarbebauung an? Das alles überprüft er. Dass er mit den Bewohnern redet ist nicht vorgesehen. Doch immer wieder wird er von verdutzten Bürgern angesprochen, was er eigentlich in seiner Kladde vermerkt. Viele sagen dann, dass es früher schöner in Gröbenzell gewesen sei, erzählt er. Seine Erkenntnisse werden dann mit Hilfe eines Computers ausgewertet und später dem Gemeinderat präsentiert. (sus)

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