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Die Bagger auf dem Areal der Ährenfeldschule, mit denen seit einiger Zeit der Altbau abgerissen wird, brachten böse Überraschungen zutage.

134 000 Euro teurer

Kostenexplosion bei Abriss der Ährenfeldschule

Entsetzen und Empörung im Sonderausschuss für Bauvorhaben in Gröbenzell: Der Teilabriss der Ährenfeldschule ist wesentlich teurer geworden als geplant. Statt 188 000 sind es nun knapp 322 000 Euro.

Gröbenzell – Seit einiger Zeit wird ein Teil der Ährenfeldschule abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen. Dieser ist im Rahmen des Umbaus zur Ganztagsschule nötig.

Doch bei den Abbrucharbeiten gab es böse Überraschungen, welche die Kosten enorm in die Höhe treiben. Es wurden Materialien entdeckt, die nicht so entsorgt werden konnten, wie es vorgesehen war. Zum einen fand man unter abgehängten Decken Holzwolle und Leichtbauplatten. Sie mussten getrennt entsorgt werden. Zum anderen wurde unter einem sichtbaren Blechdach ein vollständiger Flachdachaufbau entdeckt. Und Abdichtungsbahnen mussten manuell entfernt, ein Bitumenanstrich abgefräst werden.

Das alles hatte man nicht erwartet, hieß es im Sonderausschuss. Denn Pläne zum Altbau liegen dem Rathaus nicht vor. Das erfuhr Vize-Bürgermeister Martin Runge (Grüne) auf Nachfrage. Er war sichtlich verärgert.

Ende 2017 soll mit dem Abriss des alten Rathauses begonnen werden

Doch das war’s noch nicht mit bösen Überraschungen: Auch der Putz musste von den Mauern gekratzt und gesondert entfernt werden. Denn es hatte sich herausgestellt, dass dieser Sulfat enthielt. Wären Putz und Mauerwerk gemeinsam entsorgt worden, hätte dies allein 360 000 Euro gekostet. Dass sich Sulfat im Innen- und Außenputz befindet, damit hatte ebenfalls niemand gerechnet. Denn wie Bauamtsleiter Günter Pauly der über die explodierten Abrisskosten entsetzten Marianne Kaunzinger (UWG) erläuterte, habe der Putz aus der Zeit des Baus der Schule in den 1960er-Jahren als unbelastet gegolten. Pauly erklärte dann die enorme Kostensteigerung: „Der Abriss von Gebäuden ist zum russischen Roulette geworden“. Fast wöchentlich gebe es neue Vorschriften. Das aber hätte der planende Architekt wissen müssen, kritisierte Ursula Retz (Grüne). Doch Pauly sagte: „Zu Abbruchkosten kann keiner eine Prognose abgeben.“

Diese Erklärung ließ so manchen Gemeinderat aufhorchen. Denn noch Ende dieses Jahres soll mit dem Abriss des alten Rathauses begonnen werden. Thomas Eichler (CSU) bekam Bedenken. „Ob das, was veranschlagt ist, so stehen bleibt“, fragte er sich. 400 000 Euro sind das derzeit.

von Susanne Schwind

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