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Diese Lücke um Ortsbild wird den Gröbenzellern noch eine Weile erhalten bleiben. Hier stand das alte Rathaus.

In Gröbenzell

Kostenexplosion stoppt Rathausbau

Baufirmen haben volle Bücher. Entweder sie nehmen gar keine neuen Aufträge mehr an oder sie verlangen Fantasiepreise. Nun trifft es auch Gröbenzells derzeit wohl prominenteste Baustelle.

Gröbenzell – Der Supergau ist eingetreten. Der Beginn der Arbeiten für den Rohbau des neuen Rathauses muss verschoben werden. Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) rechnet mit einer Verzögerung von einem haben Jahr.

Die Stadtverwaltung hatte die Arbeiten ausgeschrieben, zehn Firmen hatten sich interessiert, doch nur eine einzige hat ein Angebot abgegeben. Für 5,3 Millionen wollte die Firma den Rohbau erstellen. Das wäre mehr als doppelt so viel, wie die Kostenberechnung ergeben hatte. Diese war von 2,6 Millionen ausgegangen. Die Ausschreibung der Arbeiten wurde daher aufgehoben.

Bürgermeister Schäfer hatte seit längerem so etwas befürchtet. „Am Schluss geht es nicht darum, was der Rathausneubau kostet, sondern, ob wir Firmen bekommen, die bauen“. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Firmen derzeit nicht mal die Kapazitäten frei hätten, überhaupt ein Angebot zu erarbeiten.

Auch das Material auf den Baustellen sei knapp. Doch Schäfer ist nach wie vor guter Dinge. Er kündigt an, dass die Arbeiten jetzt neu ausgeschrieben werden. Der Rathauschef geht davon aus, dass diese Ausschreibung besser verläuft. Mit Beginn der Winterphase könnte so manches derzeitige Bauprojekt abgeschlossen sein und Firmen hätten wieder Kapazitäten.

Sollte die Ausschreibung dann erfolgreich sein, würde sich der Baubeginn um ein halbes Jahr verzögern. Bisher war Architekt Stephan Leissle von Behnisch Architekten davon ausgegangen, dass im Herbst 2019 das neue Rathaus bezogen werden kann. Derzeit ist es unwahrscheinlich, dass dieser Termin gehalten werden kann.

Doch die Rathausmitarbeiter müssen nicht befürchten im Herbst 2019 auf der Straße zu stehen. Der Mietvertrag für das Interim-Rrathaus in der Danziger Straße läuft erst im Herbst 2020 aus. Auch dann müssen die Rathausmitarbeiter das Gebäude nicht fluchtartig verlassen, „in den Mietvertrag ist Luft eingebaut“, versichert Bürgermeister Schäfer.

Nicht ausgeschlossen ist aber, dass die Kosten für den Rathausneubau steigen. 17,6 Millionen stehen im Gemeindeetat für das Gesamtvorhaben bereit. In die Summe ist ein Puffer von 1,8 Millionen eingebaut. Die reinen Abrisskosten waren geringer, als berechnet. Knapp 490 000 Euro waren veranschlagt, 380 000 Euro wurden es dann. Doch bereits die Kosten für die mit dem Abriss verbundenen Erdarbeiten sind höher ausgefallen, als vorgesehen: 771 000 Euro statt 596 000 Euro. Der Abriss des alten Rathauses war pünktlich über die Bühne gegangen. Seit Ostern ist von den alten Gebäuden nichts mehr zu sehen. In der kommenden Woche sollen die Spundwände für Tiefgarage und Keller eingesetzt werden. (sus)

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