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Rathaus statt Kriegerdenkmal: Das Mahnmal muss Platz für den Neubau des Verwaltungsgebäudes machen und in die Friedenstraße umziehen.

In Gröbenzell

Kriegerdenkmal kommt in Friedenstraße

Nach zähem Ringen steht nun fest: Das Gröbenzeller Kriegerdenkmal wird versetzt. Wegen des Rathausneubaus muss es die Ortsmitte verlassen und in die Friedenstraße vor dem Friedhof umziehen.

Gröbenzell – Noch steht das Kriegerdenkmal, das mittlerweile Mahnmal genannt wird, vor dem westlichen Teil des alten Rathauses. Doch dort kann es nicht bleiben. Das neue Verwaltungsgebäude braucht den Platz. Deshalb hat der Gemeinderat nun den Umzug des Denkmals mit großer Mehrheit beschlossen.

Marianne Kaunzinger (UWG) hatte sich wie schon vor Monaten im Sonderbauausschuss dafür eingesetzt, das Mahnmal in der Ortsmitte zu lassen. Es solle auf Kirchengrund wieder aufgestellt werden, hatte sie vorgeschlagen. Deshalb wünschte sie sich, dass die Gemeinde noch einmal bei der Katholischen Kirche nachfrage. Kaunzinger wusste aber auch, dass es einen Beschluss der Katholische Kirchenverwaltung gegeben hat, das Mahnmal allenfalls vorübergehend aufzunehmen. Das hatte Kirchenpfleger Johann Höcherl auch Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) mitgeteilt. Jetzt noch einmal nachzufragen, ob die Kirche auch zu einer dauerhaften Aufnahme bereit sei, lehnte der Gemeinderat deshalb mit überwältigender Mehrheit ab.

Das Mahnmal auf Flächen der Evangelischen Kirche aufzustellen, ist ebenfalls keine Option. Wie Reinhard Paesler (CSU) mitteilte, sei dort kein Platz. Paesler ist Mitglied im Evangelischen Kirchenvorstand. Zudem machte er deutlich: „Das Mahnmal ist meines Erachtens kein kirchliches Denkmal und soll daher auf Gemeindegrund aufgestellt werden.“

Auch Peter Falk (SPD) erinnerte daran, dass gläubige und nicht gläubige Menschen in den beiden Weltkriegen „übelst krepiert“ seien. Einen besseren Ort, ein Mahnmal für den Frieden aufzunehmen, als die Friedenstraße, wo auch der Friedhof liegt, gebe es nicht.

Dort wird das aus mehreren Teilen bestehende Mahnmal von den Künstlern Wolf Hirtreiter und Hubert Elsässer vor dem Friedhof inmitten von Bäumen eine neue Heimat finden. Und zwar an der Stelle, wo derzeit diverse Grabsteine ausgestellt sind. Diese müssen weichen, ebenso der Zaun und gemeindlichen Anschlagtafeln.

Das Mahnmal innerhalb des Friedhofs wieder aufzustellen, wie Kaunzinger es gewünscht hatte, lehnte der Gemeinderat ab. Damit könnte nämlich Platz verbaut werden, um eines Tages die Aussegnungshalle zu verändern. Angedacht ist, die Abschiedsräume und die Räume für die Mitarbeiter der Beerdigungsinstitute und der Pfarrer in ein anderes Gebäude zu verlagern und so in der Aussegnungshalle zusätzliche Sitzplätze zu schaffen. (sus)

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