„Die Hexe“: Ein beliebter Treffpunkt für Alt und Jung. Erst im Frühjahr hatte ein neuer Pächter das Lokal übernommen. Nun wird es verkauft. Foto: archiv

Vertrag soll noch bis jahresende abgeschlossen werden

Kultlokal „Die Hexe“ wird verkauft

Gröbenzell  - Das Kultlokal „Die Hexe“ steht zum Verkauf. Ein Interessent ist bereits gefunden. Wenn alles glatt läuft, wechselt das Gebäude in der Kirchenstraße noch bis Ende des Jahres den Eigentümer.

Noch gehört das Haus, in dem „Die Hexe“ untergebracht ist (darüber sind sechs Wohnungen) den Brüdern Martin und Michael Schäfer. Martin Schäfer, Bürgermeister von Gröbenzell, will sich zu dem Verkauf nicht äußern. Er verweist auf seinen Bruder. Und dieser bestätigt den Verkauf auf Tagblatt-Nachfrage.

„Es wird uns alles zu viel“, sagt Michael Schäfer. 2003 hatte er gemeinsam mit seinem Bruder das Gebäude erworben. Wenige Jahre vorher hatte der Abriss des Hauses gedroht. Doch zwei Gröbenzellerinnen, Lilli Kammerl und Karin Klöpper, hatten sich – unterstützt durch zahlreiche Bürger – erfolgreich für den Erhalt eingesetzt.

Ab 2007 hatten dann die Brüder Schäfer das Lokal betrieben. Den Name „Die Hexe“ haben sie beibehalten. Als Martin Schäfer 2014 zum Bürgermeister gewählt wurde, zog er sich aus allen geschäftlichen Angelegenheiten seiner Firmen zurück, auch aus der Hexe. Sein Bruder Michal führte das Lokal alleine weiter. Doch es wurde ihm zuviel.

Anfang des Jahres suchtendie Schäfers deshalb einen Pächter für den beliebten Treffpunkt. Mit Erfolg: Wenige Wochen später eröffnete „Die Hexe“ wieder unter neuer Leitung.

Doch auch wenn die Gaststätte verpachtet ist, „die Arbeit mit dem Gebäude bleibt bestehen“, berichtet Michael Schäfer. Die Heizung müsse laufen, das Dach dicht sein. In beides müsse investiert werden. Allein 300 000 Euro würde es kosten, die Heizung zu erneuern, rechnet er vor. Denn das Haus stammt aus dem Jahre 1927.

Damals wurde es als Bahnhofswirtschaft mit einem großen Saal erbaut. Gaststätte und Saal wurden im Laufe der Jahre vielfältig genutzt. So wurde dort gefeiert, geturnt und getanzt. Der Schützenverein Almrausch nutzte das Gebäude, das erste Kino des Ortes fand dort seine Heimat. Und als Gröbenzell 1952 eine eigenständige Gemeinde wurde, diente es zeitweise als Sitzungssaal. Später wurde dann der Saal, der zeitweise als Discothek genutzt wurde, abgerissen. Im ersten Stock entstanden Wohnungen.

Mit einem der vier Wohnungsmietern gäbe es auch immer wieder Ärger, berichtet Michael Schäfer. Auch das hätte dazu beigetragen, das Haus zu verkaufen.

Dass die Hexe nach dem Verkauf sofort wieder geschlossen wird, davon geht Michael Schäfer nicht aus. Die Mietverträge für die Wohnungen und der Pachtvertrag für das Lokal liefen noch für die kommenden drei Jahre. Was aber dann passiert, das kann er nicht sagen.

Wer der Käufer ist, will er nicht verraten. Fest steht aber, dass sich im Bereich des Bahnhofs einiges verändern kann. Die benachbarte alte Apotheke ist ebenfalls bereits verkauft. Auf diesem Grundstück kann ein Haus mit zehn Wohnungen und Gewerbe im Erdgeschoss und einer Tiefgarage entstehen. Ein entsprechender Bauantrag wurde bereits genehmigt. Auch für das Grundstück der alten Bahnhofswirtschaft sieht der Bebauungsplan Gewerbe und Wohnungen vor.

von Susanne Schwind 10

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