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So kreativ trotzten die Künstler der Hitze im Garten

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Mutter und Tochter gemeinsam kreativ: Stephanie und Angelika Wiesner.
Mutter und Tochter gemeinsam kreativ: Stephanie und Angelika Wiesner. © WEBER

Bei 35 Grad im Schatten ging es heiß her bei Kunst im Garten in Gröbenzell und Lochhausen. Die Künstler ließen sich davon aber nicht abschrecken.

Gröbenzell – 35 Grad im Schatten zeigte das Thermometer am Wochenende an. Wer sich aufraffen konnte, die eigenen vier Wände zu verlassen, der fand sich am Badesee, dem Olchinger Volksfest oder bei den beiden Monikas, wie sie sich scherzhaft nennen, wieder. Gemeint sind die Gröbenzeller Künstlerinnen Monika Heid (73) und Monika Hubert (67). Zusammen organisieren sie die Veranstaltung Kunst im Garten.

Diese fand heuer zum 19. Mal statt. 18 Gärten in der Gröbenbachgemeinde und in Lochhausen wurden dabei zur Freiluftbühne für insgesamt über 80 Künstler.

Einer der Gärten gehört der Initiatorin Monika Heid. Sie bot Snacks, Kuchen, kühle Getränke und schattige Sitzplätze an. Trotzdem drückte die Hitze die Besucherzahlen. An die Zahlen während der vergangenen Corona-Jahre war sowieso kein Rankommen. Da waren laut Heid deutlich mehr Leute da, weil die Freude an den wenigen Veranstaltungen, die stattfinden konnten, groß war.

Das tat der Stimmung keinen Abbruch. Weder bei den Künstlern noch bei den Besuchern. So wie bei Alfred Bindl (80) und seiner Frau Helga (81) aus Germering. Beide sind große Dalí-Fans, die schon mal eine Reise so ausrichten, dass sie möglichst viel von ihrem Lieblingskünstler sehen. Ihr Credo an diesem Tag: „Langsam machen und viel trinken!“

Die beiden waren in regem Austausch mit dem Olchinger Künstler Christoph Kunzmann (79). Der präsentierte seine Porträt- und Aktmalerei sowie Aquarelle. Der ehemalige Architekt lässt sich bei seinen Schöpfungen von Szenen aus Filmen, Fotos und den Medien inspirieren und hält es dabei mit Picasso, der es laut Kunzmann so gehandhabt haben soll: „Was er klauen kann, klaut er. Genauso mach ich’s!“ Im Anschluss bringt er Veränderung in die Vorlagen, die er nutzt. So entsteht dann ein ganz eigenes Werk.

Ihre Inspiration sind Urlaub
Ihre Inspiration sind Urlaubsfotos: Die 79-jährige Else Lenz beim erfrischenden Fußbad im Gröbenzeller Garten.  © Die 79-jährige Else Lenz beim erfrischenden Fußbad im Gröbenzeller Garten.

Sein Kollege Hans Ullmann (73) aus Eichenau sucht überall Inspiration für seine Holzarbeiten, vor allem aber in der Natur. Eine besonders auffällige Skulptur hat er dem Familienbaum des Bantuvolk der Makonde aus Tansania entlehnt. Mit der Kunst kam Ullmann schon während seiner Konfirmandenzeit in Berührung, als er eine Krippe aus Ton herstellen durfte, und blieb dabei.

Stephanie Wiesner (41) aus Mertingen nahe Augsburg fing ebenso früh an, sich künstlerisch zu betätigen. Bei ihr war es ihre Mutter Angelika (73), die sie zur Kunst brachte. Zusammen erstellen die beiden Keramiken, die sie von Hand modellieren. Zu sehen waren die Werke des Mutter-Tochter-Gespanns im Garten von Monika Hubert.

Im Schatten seiner Bilder: Künstler Andrew Christopher Underwood war im Weiherweg zu sehen.
Im Schatten seiner Bilder: Künstler Andrew Christopher Underwood war im Weiherweg zu sehen. © Weber

Diese wiederum setzt bei ihrer Kunst auf sogenannte Resin-Art. Dabei verwendet sie Alltagsgegenstände wie Schalen oder Gläser, auf die sie Epoxidharz gibt. Bevor sich das zu einem Kunststoffbezug verhärtet, gibt sie „faszinierende Farben, die dann verlaufen“, hinzu.

„Find ich schon toll zum Anschauen“, meint Else Lenz (79) aus Gröbenzell zu solchen Gießtechniken. Sie selbst bevorzuge aber die Kunstmalerei für ihr eigenes Schaffen. In ihrem Garten stellte sie Gemälde aus, die ihren Ursprung in Urlaubsfotos haben. Sie ist aber auch spirituell veranlagt. „I bin hoid a bisserl anders“, meinte sie dazu mit einem spitzbübischen Lächeln im Gesicht. Bei Kunst im Garten reizen Else Lenz die schönen Gespräche mit Gästen und Kollegen. Und daran änderte auch die Hitze nichts.

Patrick Tietz

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