Drei Maler-Generationen: (v.l.) Michael Kloyer junior, Adalbert Kloyer und Michael Kloyer.

In Gröbenzell

Malerfirma seit 90 Jahren in Familienhand

Eine Geschichte, die immer seltener wird: Vor ziemlich genau 90 Jahren eröffnete Malermeister Michael Kloyer sein Geschäft, bis heute ist es in Familienhand und somit das älteste Familienunternehmen Gröbenzells. Wie alles begann.

Gröbenzell – 1928 hatte die Siedlung am Gröbenbach um die 1000 Bewohner und seit dem 1. Juni ein neues Geschäft: Malermeister Michael Kloyer eröffnete seinen Laden in der Augsburger Straße. Was er sich damals wohl nur in kühnsten Träumen ausmalte: Heute, 90 Jahre später, ist der Betrieb immer noch im Besitz seiner Nachfahren. Das Geschäft wird vom Ur- und Ururenkel geführt. 2001 übernahm Michael Kloyer, heute 55 Jahre alt, den Betrieb aus den Händen seines Vater Adalbert. Mittlerweile ist auch sein 27 Jahre alter Sohn, ebenfalls ein Michael, mit eingestiegen.

Geschäftsgründer Kloyer war damals 29 Jahre alt. Geboren wurde er in Pasing, seit 1924 lebte er in der Siedlung am Gröbenbach (zur Gemeinde wurde Gröbenzell erst 1952). Seine Ehefrau Caroline, die er 1917 geheiratet hatte, stammte von hier. Bevor er sich selbstständig machte, hatte Kloyer beim Ausbesserungswerk der Bahn in Pasing den Malerpinsel geschwungen.

Sein Enkel, Adalbert Kloyer, heute 77 Jahre alt, erinnert sich, wie sein Großvater auf dem Radl mit Eimer und Pinsel loszog, um seinem Handwerk nachzugehen. Sein Hauptkunde war die Bahn, berichtet Adalbert Kloyer. Die Masten entlang der Gleise mussten gestrichen werden. Er kalkte aber auch Küchen auf Bauernhöfen und Kapellen. Als Lohn bekam er wenig Geld, dafür aber Naturalien, also Lebensmittel.

Die Farben, die er zu seiner Arbeit benötigte, mischte Michael Kloyer selbst. Zur Herstellung von Pinseln und Bürsten fuhr er Kuhschwänze nach Aubing, wo ein Pinselmacher daraus das notwendige Handwerkszeug fertigte. Viel zu tun gab es am Ende des Zweiten Weltkrieges, damals stieg bereits sein Sohn Adalbert in das Geschäft ein. Mit der bestandenen Meisterprüfung übernahm er 1949 den Betrieb. Nach dem Krieg hatte die Firma 35 Mitarbeiter. Die Amerikaner sorgten für Beschäftigung: Ihre Wohnungen am Fliegerhorst wurden mit Farbe versehen. 1983 übernahm Adalberts Sohn, der wiederum den Namen Adalbert trug, das Geschäft. Er konnte wichtige Kunden gewinnen, von denen das Geschäft bis heute profitiert.

Seit Mitte der 90er-Jahre sind die Kloyers regelmäßig im Haus der Kunst in München tätig. Wände und Stellwände werden für jede Ausstellung neu gestrichen. Auch im Völkerkundemuseum und im Buchheim Museum am Starnberger See trifft man das Familienunternehmen an. Derzeit sind sieben Mitarbeiter beschäftigt, einen Lehrling gibt es nicht. Seit Jahren suchen sie händeringend Auszubildende, doch es bewirbt sich niemand. Voraussetzung für den Beruf des Malers ist es, „tüchtig zu sein“, erläutert Michael Kloyer junior. Aber auch handwerkliches Geschick ist gefordert. Der 27-Jährige hat 2013 seinen Meister gemacht und ist staatlich geprüfter Farb- und Lacktechniker. Er ist neben seiner praktischen Arbeit an der Meisterschule tätig.

Zu tun hat der Betrieb genug. In den 90er-Jahren endete so manche Anfrage damit, dass es den Kunden zu teuer war, einen Maler zu engagieren. „Das mach ich lieber selbst“, war häufig zu hören. Doch das hat sich verändert. Die Kunden sind bereit, Geld auszugeben, fordern aber Qualität, berichtet Michael Kloyer senior. Noch immer werden die Wände in der Regel weiß gestrichen. Ein Trend sei aber, eine Wand als besonderen Hingucker zu gestalten. Auch Tapeten seien wieder sehr gefragt. (sus)

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