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Die Gröbenzeller PI

Martin Rungen (Grüne) fordert Aufklärung

Marodes Polizei-Gebäude nur Vorwand?

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Der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Runge sucht nach den seines Erachtens wahren Gründen für die kleine Polizeireform. Dabei kam auch etwas Brisantes zum Olchinger Revier heraus.

Gröbenzell/Olching – Der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Runge aus Gröbenzell ärgert sich über die seiner Meinung nach vorgeschobenen Argumente für die kleine Polizeireform. Das Gröbenzeller Polizeirevier soll mit dem Olchinger zusammengelegt werden. In der öffentlichen Debatte werde als Grund immer wieder der schlechte Zustand des Gröbenzeller Gebäudes angeführt. Der CSU-Landtagsabgeordnete Reinhold Bocklet habe in einer Pressemitteilung sogar den Eindruck erweckt, dass die Gemeinde als Eigentümerin und Vermieterin den Unterhalt vernachlässigt habe. „Ein untragbarer Vorwurf“, sagt Runge.

Die Gemeinde habe sich um die Sanierung bemüht, sie in den bewohnten Teilen des mehrstöckigen Gebäudes auch schon vorangetrieben, nur in den Räumlichkeiten der Polizei im Erdgeschoss sei nichts vorwärts gegangen – weil es von staatlicher Seite nicht zu den notwendigen Abstimmungen kam. Ein Indiz für Runge, dass die Zusammenlegung der Polizeireviere längst im Raum stand. „Die haben den Prozess hinausgezögert“, ist der Grüne überzeugt.

Ein weiteres Indiz: 2016 hat Eva Gottstein von den Freien Wählern eine Auskunft vom Landtag eingeholt, welche Polizeigebäude im Bereich des Präsidiums Oberbayern-Nord bauliche Mängel aufweisen würden. Gröbenzell wurde damals nicht genannt. Erst in einer späteren Frage nach sonstigen Mängeln tauchte Gröbenzell auf: „Der Zugangsbereich entspricht nicht den Planungsgrundsätzen für Polizeibauten und ist verbesserungsbedürftig.“ Nach vollkommen marode klingt das jedenfalls nicht, ist Runge überzeugt.

Krebs-Verdacht inOlchinger Revier

Das zuständige Ministerium erklärt den Sachverhalt gegenüber Runge damit, dass es damals um „erhebliche Mängel“ an der Bausubstanz ging und die Gröbenzeller Polizeiinspektion davon grundsätzlich nicht betroffen sei. Allerdings weise sie sicherheitstechnische Mängel auf. Zudem sei die allgemeine Bausubstanz des 1977 errichteten Gebäudes zwangsläufig nicht mehr auf dem neuesten Stand.

Für Runge ist klar: Es ging die ganze Zeit um Zusammenlegung aufgrund des Personalmangels bei der Polizei. Die Lücke zwischen Sollstärken und tatsächlich verfügbaren Personalstärken würde jetzt schon bis zu 25 Prozent betragen. Bereits jetzt würden Polizisten nicht zu Einsätzen fahren können, weil sonst niemand mehr die Wache besetze. Beamte aus anderen Inspektionen müssten einspringen. „Ich habe auch vollstes Verständnis für die Notwendigkeit der Umstrukturierung“, betont Runge. Nur sei es nicht in Ordnung gewesen, der Gemeinde den Schwarzen Peter zuzuspielen.

Runge konnte zudem in Erfahrung bringen, dass es eine möglicherweise bedenkliche Nachricht vom Olchinger Polizeigebäude gibt, das ab 2019 als Übergangsunterkunft für beide Polizeidienststellen dienen soll.

Dort leiden zwei Mitarbeiter an einer seltenen Form von Krebserkrankung, wie das Innenministerium bestätigt. Die einzige Gemeinsamkeit der beiden liege darin, dass sie im gleichen Gebäude arbeiten. Dass hier auch die Ursache liege, ist laut Polizei bisher nur eine Vermutung. Dennoch werde das Gebäude auf Schadstoffe untersucht.

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