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Das Seniorenheim St. Anton. In den vergangenen Monaten erstatteten einige Bewohner Anzeigen wegen Diebstahl.

St. Anton

Mehrere Diebstähle in Gröbenzeller Seniorenheim

Bargeld und ein Anorak: Bewohner im Gröbenzeller Seniorenheim St. Anton klagen über Diebstähle. Auch die Polizei sagt, dass dort etwas im Gange ist.

Gröbenzell Sie lebt gerne im Altenheim St. Anton, betont eine Seniorin, die ihren Namen nicht nennen will. Doch um ihr Geld hat sie dort Angst. Bereits zwei Mal sei sie in den vergangenen Monaten im Heim bestohlen worden.

Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte sie in einem Safe in ihrem Zimmer ein Kuvert mit 350 Euro deponiert. Doch wenig später war der Umschlag mitsamt dem Geld verschwunden. Die Heimverwaltung aber half ihr nicht weiter, beklagt die Seniorin. Als sie dort den Diebstahl meldete, habe es lediglich geheißen, dass für den Safe nur ein Schlüssel existiere. Doch den habe sie immer bei sich, sagt die Bewohnerin. „Der hängt immer an einem Band um meinen Hals.“ Und dass sie unter Demenz leiden könnte, weist sie weit von sich: „Ich bin geistig noch voll da.“

Für den Verlust der Seniorin kann keine Versicherung aufkommen

Die Polizei aber hat sie damals nicht über den Diebstahl informiert. „So viel Aufregung wollte ich nicht.“ Das bereut sie aber im Nachhinein. Denn so konnte auch keine Versicherung für den Verlust aufkommen.

Geld hat sie seitdem in dem Safe nicht mehr aufbewahrt. Lediglich in ihrem Geldbeutel hatte sie noch kleinere Beträge parat. So auch Anfang Juni, als 50 Euro in Scheinen und fünf bis sieben Euro Kleingeld in ihrem Portemonnaie lagen. Dieses ist immer in ihrer Handtasche, wie die Seniorin sagt. Und wenn sie die Tasche nicht benötigt, bewahrt sie sie in ihrem Nachtisch auf.

Doch als die Bewohnerin anlässlich einer Massage Trinkgeld geben wollte, war der Geldbeutel leer – bis auf den letzten Cent. „Jetzt hatten die mich schon wieder beklaut.“ Dieses Mal aber schaltete sie die Polizei ein, doch bis heute konnte der Dieb nicht gefunden werden.

Ihr Geld hat die Seniorin mittlerweile gut versteckt. „Das findet niemand“, sagt sie. Denn ohne Bares will sie nicht sein: „Da fühle ich mich entmündigt.“

Mittlerweile hat die Seniorin auch erfahren, dass sie nicht das einzige Diebstahlsopfer im Altenheim St. Anton ist. Zwei Bewohner berichteten ihr, dass ihnen ebenfalls Geld entwendet worden ist. Ein weitere Seniorin erzählte ihr, dass ihr Anorak gestohlen worden sei. Und die Tochter eines älteren Herrn habe ebenfalls feststellen müssen, dass ihrem Vater Geld abhanden gekommen sei. Sie hatte ihm regelmäßig kleinere Beträge in den Geldbeutel getan. Zwei Mal war dieses verschwunden, ohne dass ihr Vater das Geld hätte ausgeben können.

„Im Moment ist etwas im Gange“, sagt Gröbenzells Polizeisprecher

Dass es in dem Seniorenheim in der jüngsten Zeit zu Diebstählen gekommen ist, bestätigt auch der Pressesprecher der Gröbenzeller Polizeiinspektion Klaus Gründler. „Im Moment ist etwas im Gange“, erklärt er auf Tagblattanfrage und fügt hinzu: „Es liegen ein paar Anzeigen vor.“ Wie viele es sind, will er nicht sagen. Er verrät lediglich, dass die Ermittlungen noch laufen.“

Gründler aber weiß auch, dass Diebstähle in Altenheimen keine Seltenheit sind. Die Mitarbeiter des St. Anton sind laut Heimleiterin Marija Burkert, deshalb auch stets bemüht, die Bewohner vor Diebstählen zu schützen. Den Senioren werde immer wieder geraten, ihre Zimmer zu verschließen und keine Fremden einzulassen, berichtet sie. Kommt es aber zu Diebstählen rate sie dringend dazu die Polizei einzuschalten, denn diese könne ermitteln und Fingerabdrücke nehmen.

Wie aus einem Safe Geld wegkommen konnte, kann sich Marija Burkert nicht erklären. Allerdings räumt die Heimleiterin ein, dass es für jeden Zimmersafe einen Zweitschlüssel gibt, doch dieser werde wiederum in einem Safe aufbewahrt. „Da kommt niemand ran“, betont die Heimleiterin. Sie weiß aber auch, nicht jeder in ihrer Einrichtung gemeldete Diebstahl ist auch einer. Immer wieder komme es vor, dass ein Bewohner sagt, er sei bestohlen worden. Doch durch intensives Suchen tauche das gestohlene Geld oft wieder auf. Der Senior hatte es einfach versteckt und wusste das nicht mehr.

von Susanne Schwind

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