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Bitte aussteigen: Walter Voit hilft Ingeborg Soderer aus dem Auto. Die Rentnerin hat den Mietwagenservice gerufen, um ins Sozialzentrum zu fahren. 

In und um Gröbenzell

Mietse – ein ganz besonderer Fahrservice

Zum Arzt oder zum Einkaufen: Oft braucht man ein Auto – vor allem, wenn man nicht mehr gut zu Fuß oder krank ist. Was aber, wenn man keinen Wagen hat? Ein Taxi ist teuer und oft auch nicht einfach, zu bekommen. Für solche Fälle gibt es jetzt in Gröbenzell einen ganz besonderen Fahrservice.

Gröbenzell – In der Gemeinde am Gröbenbach kann seit einiger Zeit preisgünstig ein Wagen nebst Chauffeur gemietet werden – auch für Kurzstrecken. Dieses Angebot hat Gemeinderätin Monika Baumann (Grüne) gemeinsam mit ihrem Bruder Bernhard Holmer ins Leben gerufen. Es trägt den Namen „Mietse“. Als bisher einziger Fahrer wurde Baumanns Parteifreund Walter Voit angestellt.

„Ich denke wir haben mit dem Angebot ins Schwarze getroffen, der Service hat sich schnell herumgesprochen“, freut sich Monika Baumann. Mietse sei deutlich flexibler als ein Taxi, macht sie klar. „Wir richten uns nach den Wünschen unserer Kunden.“ Möchte jemand zum Arzt, steht nach einem Beinbruch der regelmäßige Besuch eines Physiotherapeuten an oder soll ein Einkauf erledigt werden, der Chauffeurdienst kann gerufen werden. Auf Wunsch begleitet Voit seine Fahrgäste auch zum Arzt oder beim Einkauf.

Große Geschäfte wollen Monika Baumann und ihr Bruder mit dem Angebot nicht machen. „Wir wollen kostenneutral arbeiten“, betont die Gemeinderätin. Allerdings müssten die Unkosten gedeckt sein.

Für Fahrten bis zu zehn Kilometern zahlen die Kunden zwei Euro je Kilometer, bei bis zu 40 Kilometern sind es 1,50 Euro je Kilometer. Soll der Fahrer beim Arzt oder beim Einkaufen, warten kostet die Wartezeit bis zu einer Stunde fünf Euro. Die Preise für weitere Fahrten müssen vereinbart werden. Zum Flughafen der rund 45 Kilometer entfernt ist müssen 55 Euro bezahlt werden. Noch ist nicht endgültig sicher, ob es bei den günstigen Preisen bleiben kann. Denn der Service hat auch Unkosten: der Fahrer muss bezahlt werden. Dessen Verdienst liegt über dem Mindestlohn von 8,84 Euro, so Baumann. Zudem fällt 19 Prozent Mehrwertsteuer an, Steuer und Versicherung müssen bezahlt werden. Und die Versicherung für einen Mietwagen nebst Chauffeur sei nicht gering.

Sollte darüber hinaus ein Gewinn anfallen, soll dieser nicht in Baumanns und Holmers Taschen fließen, sondern investiert werden. Beispielsweise in ein neues Auto. Derzeit verhandelt Monika Baumann zudem mit Krankenkassen, ob diese die Kosten für Fahrten zum Arzt oder zu Therapiesitzungen übernehmen.

Begeistert von Mietse ist auch der Gröbenzeller Sozialdienst. Wie dessen Vorsitzender Winfried Bauer berichtet, hat der Sozialdienst Mietse auch bereits als Kooperationspartner in sein Projekt „Gemeinsam statt einsam“ aufgenommen. Dieses vermittelt Helfer bei kleine Handgriffen in und ums Haus, bei Besorgungen oder Arztbesuchen. Da der Sozialdienst für Fahrten zu Ärzten oder zum Einkaufen keine eigenen Autos hat, „sind wird über Mietse sehr glücklich“, sagt Bauer.

Das Angebot werde auch bereits äußerst rege genutzt. „Es entwickelt sich zum Vollzeitjob“, berichtet Voit. Bis zu acht Fahrten am Tag absolviert er derzeit. Er würde sich daher sehr über einen Kollegen freuen.

Infos zu Mietse

Gebucht werden kann der Mietwagenservice im Internet auf www.mietse-groebenzell und von Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer (0 81 42) 58 03 97.

Von Susanne Schwind

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