Mit dem neuen Wagen: Die Mietse-Fahrer Norbert Markl (l.) und Reinhard Reichel. Die beiden begleiten ihre Fahrgäste auf Wunsch auch zum Arzt oder beim Einkauf. 

Bilanz nach knapp einem Jahr

Mietse-Fahrservice – ein Erfolgsmodell

Seit knapp einem Jahr wird in Gröbenzell ein ganz besonderer Fahrservice angeboten – mit großem Erfolg. Denn Mietse ist gefragt bei den Bürgern. Vor Kurzem musste ein neues Autos angeschafft werden – und das bringt eine Veränderung mit sich.

Gröbenzell„An manchen Tagen haben wir bis zu zehn Fahrten“, freut sich Monika Baumann. Die Gemeinderätin (Grüne) hat Mietse im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihrem Bruder Bernhard Hommer gegründet. Sie wollten damit Leuten helfen, die nicht mehr selber Autofahren können oder wollen. Denn das kann starke Einschränkungen bedeuten, zum Beispiel wenn sie zum Arzt müssen oder auch nur einkaufen wollen. Klar, die Betroffenen können sich ein Taxi nehmen, aber das ist teuer und auch nicht so flexibel wie Mietse.

Der Fahrservice übernimmt auch kleine Fahrten von wenigen Kilometern. Er richtet sich nach den Wünschen der Kunden. „Wir haben mittlerweile 40 Stammkunden“, berichtet Monika Baumann. Anfangs hatte der Parteifreund Baumanns, Walter Voit, die Chauffeurdienste übernommen. Doch als die Fahrten immer mehr wurden, und das Angebot gut etabliert war, wurde es ihm zu viel, und es wurde ein Nachfolger gesucht.

Zwei wurden gefunden. Beide sind erfahrene, um die 60 Jahre alte Autofahrer, die ihren Personenbeförderungsschein erfolgreich absolviert haben: Reinhard Reichel und Norbert Markl. Und wie Monika Baumann sagt, sind die beiden „freundlich und immer pünktlich“. Pünktlichkeit sei bei Mietse wichtig. Denn häufig sind die Fahrten wegen eines Arzttermins gebucht, dann muss die Zeit eingehalten werden.

Vor wenigen Wochen aber musste Mietse eine Zwangspause einlegen, das Auto hatte bereits seinen 17. Geburtstag gefeiert und knapp 250 000 Kilometer auf dem Buckel. Reparaturen, um es noch einmal durch den TÜV zu bekommen, wären zu teuer geworden. Deshalb wurde es verschrottet.

Mittlerweile konnte aber ein Nachfolge-Wagen beschafft werden. Dieser ist bereits zwölf Jahre alt, hat aber erst 70 000 Kilometer drauf. In ihm lässt sich auch ein Rollator transportieren.

Der neue Wagen bringt aber eine Veränderung mit sich. Während früher nach Kilometern abgerechnet wurde, müssen die Fahrten jetzt nach Zeit bezahlt werden. Das Taxameter konnte in dem neuen Auto nicht wieder eingebaut werden. Eine Fahrt von einer Stunde innerhalb Gröbenzells muss nun mit 18 Euro bezahlt werden, 20 Minuten kosten sechs Euro. Fahrten außerhalb der Gemeinde sind teurer, denn hier ist der Rückweg auch länger. Für eine Fahrt außerhalb Gröbenzells von einer Stunde werden 40 Euro berechnet. Zu manchen Zielen gibt es auch Festpreise, so werden für eine Fahrt zum Flughafen 55 kassiert, zum Hauptbahnhof 35 Euro.

Auch weitere Fahrten sind möglich. So kostet ein Ausflug nach Bad Wörishofen und zurück mit dreistündigem Aufenthalt 100 Euro. Allerdings können bis zu drei Personen den Chauffeurdienst nutzen. An Wochenenden und an Feiertagen wird ein Zuschlag von zehn Euro je Fahrt gefordert.

Zum großen Bedauern von Baumann ist aber auch das neue Auto kein Elektroauto. „Ein Solches wäre mein Traum.“ Doch noch ist dieses zu teuer. Baumann könnte sich vorstellen, dass vielleicht ein Autohaus mit Mietse zusammenarbeitet. Dieses könnte mit dem Wagen für Elektroautos werben, und Mietse von möglichen Sonderkonditionen profitieren.

Gebucht werden kann der Fahrdienst unter der Telefonnummer (0 81 42) 58 03 97 oder per E-Mail an buchung@mietse-groebenzell.de.

von Susanne Schwind 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Beim Parken: Mann spuckt auf Auto
Weil der Autofahrer vor ihm offenbar nicht schnell genug einparkte, machte ein Mann seinem Ärger Luft: Er bespuckte die Scheibe des Beifahrerfensters.
Beim Parken: Mann spuckt auf Auto
Schnee und Glätte verursachen Unfälle
Der Schneefall hat im Landkreis Fürstenfeldbruck am Wochenende für Unfälle gesorgt. Die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun.
Schnee und Glätte verursachen Unfälle
Bunsenbrenner löst Feuer in der Geiselbullacher Müllverbrennungsanlage aus
In der Müllverbrennungsanlage Geiselbullach ist bei Reparaturarbeiten ein Feuer ausgebrochen. Mitarbeiter entdeckten den Brand auf dem Dach zufällig.
Bunsenbrenner löst Feuer in der Geiselbullacher Müllverbrennungsanlage aus
20-Jähriger setzt Auto gegen Wand und lässt es stehen
Nachdem er sein Auto in Germering gegen eine Wand gefahren hatte, hat ein 20-Jähriger den Wagen dort stehen lassen. Er lief stattdessen einfach nach Hause.
20-Jähriger setzt Auto gegen Wand und lässt es stehen

Kommentare