Wohnungsbau in Dresden
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Die Handwerker im Landkreis waren trotz Corona gut beschäftigt.

Gröbenzell

Mietwohnungen statt Einheimischenmodell

Die Gröbenzeller CSU hat einen Vorstoß in Sachen Einheimischenmodell für Wohnungen in der Gemeinde unternommen. Die Gemeinderatsmitglieder waren aber mit großer Mehrheit dagegen.

Gröbenzell – „Das ist eine tolle Idee“, schwärmte eine Bürgerin im Rahmen einer Online-Diskussion der CSU zu deren Vorschlag, in Gröbenzell ein Einheimischenmodell prüfen zu lassen. Im Gemeinderat war die Mehrheit weniger begeistert von dieser Idee. Lediglich die CSU und Klaus Coy (FDP) sprachen sich dafür aus, den Vorstoß zu prüfen.

Junge Familien, Alleinerziehende, aber auch Senioren können es sich oftmals nicht leisten, in Gröbenzell Wohneigentum zu erwerben, hieß es im Antrag der CSU. Zwar könne kein Bauland für Häuser nach dem Einheimischenmodell ausgewiesen werden, eine Option wären aber geplante Wohnungen in der westlichen Bahnhofstraße, wo die Gemeinde mehrere Grundstücke gekauft hat.

Die Antragsteller, die CSU-Gemeinderätinnen Ulrike Breitkopf, Referentin für Familien, und Anita Rieger, Schul- und Kindergartenreferentin, und Jens Wecken, Geschäftsführer der örtlichen CSU, hatten sich viel Arbeit gemacht. Sie schlugen vor, die Wohnungen nicht zu verkaufen, sondern nach dem Erbbaurecht zu vergeben und für die Vergabe ein Punktesystem anzuwenden.

„Das Tafelsilber der Gemeinde bliebe so erhalten“, erläuterte Wecken in der aktuellen Viertelstunde des Gemeinderates. Und der Erbbauzins würde Geld in die Kasse spülen. Die Idee ist nicht aus der Luft gegriffen: Andere Kommunen, etwa Dachau, würden demnach bereits Wohnungen im Einheimischenmodell anbieten.

Peter Falk (SPD) war wenig begeistert: Ein solches Modell würde wenige privilegieren. Es gäbe bessere Modelle, beispielsweise das genossenschaftliche. Auch Martin Runge (Grüne) sprach sich dagegen aus: „Was wir brauchen sind Mietwohnungen.“ Und zwar kleinere, erschwingliche. Sein Parteifreund Daniel Holmer fügte hinzu, es sei wichtiger in der Bahnhofstraße für Menschen, die mieten wollen oder müssen, Wohnraum zu schaffen.

„Das eine schließt das andere nicht aus“, hielt Rieger entgegen. Michael Schweyer (CSU) ergänzte: „Wir brauchen alles, auch Genossenschaftswohnungen, aber auch Wohnungen für die, die kaufen wollen.“ Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) äußerte die Überzeugung: „Es ist besser, Mietwohnungen anzubieten.“ Und Grünen-Fraktionssprecherin Ursula Retz äußerte sich in dieselbe Richtung: „Wir haben bereits einen sehr hohen Anteil an Wohneigentum, was fehlt sind bezahlbare Mietwohnungen.“

Der Sprecher der CSU-Fraktion, Anton Kammerl, hielt der UWG vor, ihr jüngstes Wahlprogramm enthalte das Einheimischenmodell. Fakt ist: Im Wahlprogramm von 2020 ist von Möglichkeiten für genossenschaftliches Bauen die Rede. Doch 2014 hieß es noch: „eine realistische Alternative für ein Einheimischen-Modell soll entwickelt werden.“ (sus)

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