Am Spielplatz gibt´s Ärger
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Am Spielplatz gibt´s Ärger

Gröbenzell

Nächtliche Partys: Nachbarn sauer über Spielplatzlärm

Ein Spielplatz sorgt für Ärger. Anwohner des Platzes am Ascherbach beschweren sich, dass der Spielplatz immer öfter auch nachts genutzt wird – für Open-Air-Partys.

Gröbenzell – Der Spielplatz am Ascherbach ist äußerst beliebt – nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Jugendlichen und Erwachsenen. Warum das so ist, ist klar: Man kann dort nicht nur im Sand oder im Bach spielen, rutschen oder schaukeln. Tischtennisplatten, Basketballkörbe und Felder für Volleyball und Fußball locken auch Ältere an. Die Anwohner sind deswegen nicht immer begeistert vom Betrieb auf dem Gelände.

Sie beklagen sich einerseits über zugeparkte Zufahrtsstraßen – auch weil sogar Gruppen aus München den Weg zum Gröbenzeller Platz suchen. Und zwar nicht nur, um zu spielen, berichtet ein Nachbar. Nachts, wenn der Platz eigentlich geschlossen ist, wird dort immer öfter laut gefeiert.

Die Öffnungszeiten

Die Spielplätze in der Gemeinde haben einheitliche Öffnungszeiten. Von November bis Februar darf von 8 bis 18 Uhr gespielt werden, von März bis Oktober bis um 20 Uhr. Lediglich am Ascherbach gilt von April bis Oktober eine Sonderregelung. Das Gelände darf freitags und samstags bis 22 Uhr genutzt werden. Kinder sind dann in der Regel auch nicht mehr auf dem Gelände, aber immer wieder Jugendliche und Erwachsene.

Ein großes Tor, das abends abgeschlossen und morgens wieder aufgesperrt wird, soll verhindern, dass nach 22 Uhr noch Besucher auf dem Platz sind. Doch wie ein Anwohner erzählt, stellt dieses Tor überhaupt kein Hindernis dar. Einerseits waten Besucher einfach durch den Bach, der meist wenig Wasser führe. Andererseits wird eine wenige 100 Meter entfernt stehende Brücke genutzt, um auf den Platz zu kommen.

Die nächtlichen Spielplatznutzer spielen dann nicht nur Fuß- oder Basketball und johlen dabei lautstark. Es werde auch richtig „gesoffen“, klagt der Anwohner. Leere Flaschen, die am nächsten Tag beseitigt werden müssen, zeugen davon.

Die Rathausverwaltung schlug deswegen vor, die erweiterten Öffnungszeiten bis 22 Uhr wieder zu streichen und den Platz wie alle anderen auch um 20 Uhr zu schließen. Im Gemeinderat stieß dieser Antrag allerdings auf wenig Gegenliebe. „Ich sehe keine Veranlassung, dies zu ändern“, erklärte Axel von Walter (SPD). Daniel Holmer (Grüne) konnte sich sogar vorstellen, die längeren Öffnungszeiten am Abend auf die gesamten Sommerferien auszudehnen.

Bürgermeister Martin Schäfer erläuterte, dass in der Baugenehmigung für den Spielplatz geregelt ist, dass der Volley-, Bolz- und Basketballplatz ab 20 Uhr und in einer zweistündigen Mittagspause nicht genutzt werden darf. Das Spielplatzgelände außerhalb dieser Bereiche dürfte aber laut Baugenehmigung sogar ganzjährig werktags von 6 bis 22 Uhr und sonn- und feiertags von 7 bis 22 Uhr genutzt werden. Weil Schäfer fürchtete, dass er für einen entsprechenden Antrag keine Mehrheit bekommt, zog er diesen zurück.

Mit dem Landratsamt sollte abgeklärt werden, ob die in der Baugenehmigung festgelegten Zeiten für Volley-, Bolz- und Basketballplatz erweitert werden können. Wie die Verhandlung ausging, wurde vom Rathaus nicht verraten. „Wir bleiben dran“, hieß es lediglich auf Tagblattanfrage.

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