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Antrag der Umweltreferentin

Nein zu Biofleisch auf Festen

Kein Fleisch aus Massentierhaltung soll auf Veranstaltungen in Gröbenzell angeboten werden. Das forderte die Umweltreferentin – und löste damit eine heftige Diskussion im Gemeinderat aus.

Gröbenzell – Soll die Gemeinde Veranstaltern vorschreiben, welche Fleischprodukte sie verkaufen dürfen? Nämlich ausschließlich Fleisch aus artgerechter Haltung oder von Betrieben, die das deutsche Biosiegel verwenden. Dieser Antrag von Umweltreferentin Monika Baumann (Grüne) fand im Gemeinderat wenig Anklag. Lediglich fünf der 23 Kommunalpolitiker sprachen sich für ihn aus.

Die Diskussion darüber löste bei Baumann tiefe Enttäuschung aus. „Es ist ein Armutszeugnis, wie hier gedacht wird“, sagte sie. Der Umweltreferentin ist es ein großes Anliegen, dass bewusster mit Tieren umgegangen wird. Ihre Forderung, kein Fleisch aus Massentierhaltung bei Veranstaltungen in Gröbenzell zuzulassen, untermauerte sie mit den Worten: „Wir haben Verantwortung als Verbraucher, dass dieses Elend endlich mal endet.“

Ihr Parteifreund Martin Runge betonte dabei die Vorreiterrolle, die die Gemeinde spielen könnte. Auch in München würde so manche Veranstaltung dieses praktizieren, wie das Tollwood und das Stadtgründungsfest, so Baumann. Sie war überzeugt, dass dadurch die Produkte nicht viel teurer würden.

Das sah Peter Falk (SPD) aber anders. „Dann können Normalverdiener nicht mehr zu Veranstaltungen kommen“, fürchtete er. Eine Familie mit Kindern könne ein halbes Hendl für 27,80 Euro nicht bezahlen. Er geht zudem davon aus, „dass derzeit in Gröbenzell niemand vergiftet wird“.

Für Marianne Kaunzinger (UWG) stand die persönliche Freiheit im Vordergrund. „Ich will nicht reglementiert werden in meinem Dasein.“ Thomas Breitenfellner (CSU) wurde in seiner Gegenrede zu Baumann drastischer. Er bezeichnete den Antrag als „Anschlag auf die Freiheit der Verbraucher“ und fuhr fort: „So etwas kann man überlegen, wenn man fernab der Realität unterwegs ist“

Sein Fraktions-, aber nicht Parteikollege, Anton Kammerl, fand den Antrag dagegen sympathisch. Auch Brigitte Böttger (CSU) konnte sich zumindest vorstellen, dieses den Veranstaltern zu empfehlen. So sah es auch die frühere Vorsitzende des Bund Naturschutz in Gröbenzell und im Kreis Fürstenfeldbruck, Christa Spangenberg. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Menschen nicht dazu zwingen kann.“ Zwang lehnte auch Michael Leonbacher (FWG) ab. „Wenn wir dies den Wirten auferlegen, bekommen wir keine Wirte mehr“, war er überzeugt. Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) zeigte Verständnis für Baumanns Antrag: „Dies wäre eine gute Sache.“ Er fürchtete aber auch, dass es den Marktsonntag mit dieser Auflage nicht mehr geben wird. (sus)

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