In Gröbenzell soll eine Prüfhalle mit vier Hebebühnen entstehen.
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In Gröbenzell soll eine Prüfhalle mit vier Hebebühnen entstehen.

Gröbenzell

Neue Kfz-Prüfhalle auf dem Prüfstand

Jahrzehntelang konnten Auto-, Motorrad- oder Lasterfahrer auf dem Areal an der Olchinger Straße 120 in Gröbenzell ihre Fahrzeuge betanken und waschen. Seit über einem Jahr aber sind die Tankstelle und die Autowaschanlage abgebaut. Nun soll hier eine Kfz-Prüfhalle entstehen.

Gröbenzell - Der Antrag dazu stieß bei einigen Gemeinderäten im Bauausschuss auf wenig Gegenliebe. Im Arbeitspapier zu der Sitzung war zu lesen, dass auf dem knapp 2000 Quadratmeter großen Areal eine Prüfhalle mit vier Hebebühnen und einem Bürogebäude geplant ist. Die große Frage war daraufhin: Wie viele Stellplätze müssen errichtet werden?

Allein für die vier Hebebühnen fordert die gemeindliche Satzung 24 Stellplätze, drei weitere für das Bürogebäude. Da aber laut dem Antragsteller auf dem Gelände keine Reparaturen vorgenommen würden und Fahrzeughalter nur nach Termin kämen, wollte er, diese Zahl reduzieren: für die Halle auf vier. Für das Bürogebäude wollte er jedoch weitere vier Plätze schaffen. Das Rathaus schlug einen Kompromiss vor: acht Stellplätze für die Halle. Am Abend vor der Bauausschusssitzung wurde dem Bauamt dann aber ein geänderter Bauantrag zugestellt, nämlich mit lediglich zwei Hebebühnen und lediglich zwei Mitarbeitern. Deshalb muss die Sache nun noch einmal geprüft werden.

Einig waren sich mehrere Gemeinderäte jedoch schon, dass die Halle „kein Schmuckstück ist“, wie Claus Donath (UWG) einräumte. Walter Voit (Grüne) störte aber vor allem eines: Bremsen und Abgase würden hier unter anderem geprüft, was Lärm zur Folge habe. Zudem würden „viele zusätzliche Autos durch Gröbenzell fahren“. Für ihn lautete das Fazit: „Das Bauvorhaben ist nicht wünschenswert“.

Karin Spangenberg (UWG) bedauerte, dass mit dem Bau der Prüfhalle die Chance auf neue Wohnungen vertan werde. Denn das Grundstück Olchinger Straße 120 liegt in einem Mischgebiet und lässt somit ein gleichberechtigtes Wohnen und nicht störendes Gewerbe zu. Doch Spangenbergs Äußerung hatte heftigen Widerspruch von Thomas Eichler (CSU) zur Folge. Wohnungen an der Olchinger Straße bezeichnete er als „Fantastereien“, „wer möchte an der Olchinger Straße wohnen?“, fragte er sich.

Und er erinnerte daran, dass auch die Tankstelle in den vergangen Jahrzehnten Lärm zur Folge hatte. Diese hatte im Gegensatz zu der Prüfhalle an sieben Tagen in der Woche jeweils von 6 bis 22 Uhr geöffnet, fügte Donath hinzu. Der Bauausschuss-Vorsitzende Martin Runge (Grüne) aber beruhigte: Die zu erwartenden Lärmemissionen würden sicherlich von dem dafür zuständigen Landratsamt genau geprüft werden.  sus

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