Pater Thomas Payappan folgt PfarrerGregor König nach.

St. Johann Baptist

Neuer Pfarrer ist ausschließlich Seelsorger

Seit gut einem Monat gibt es einen neuen katholischen Pfarrer in Gröbenzell: Pater Thomas Payappan. Anders als sein Vorgänger ist er aber ausschließlich als Seelsorger tätig – ein Experiment, wie er sagt.

Gröbenzell – Nicht das Erhalten einer Struktur, sondern die Begleitung aller Menschen liegt Pater Thomas Payappan am Herzen. Und damit meint er auch diejenigen, die geschieden sind oder die Kirche verlassen haben. Genug Zeit dafür dürfte der neue Pfarrer haben. Denn anders als sein Vorgänger Pfarrer Gregor König ist er ausschließlich für die Seelsorge in St. Johann Baptist zuständig. Denn seelsorgerische Tätigkeit und Verwaltungsarbeit wurden mit Königs Weggang aufgeteilt. Den Bürodienst hat Diakon Roland Wittal übernommen.

Für ein Jahr ist diese Aufgabenteilung zunächst vorgesehen. „Es ist wie ein Experiment“, erläutert Pater Thomas Payappan. Der Pfarrer solle so mehr Zeit für seine seelsorgerische Arbeit bekommen. Wie es nach dem Jahr weitergeht, ist derzeit völlig offen.

In seiner neuen Gemeinde fühlt sich der Pater gut aufgenommen. Den größten Teil seiner 8300 Schäfchen muss er noch kennenlernen. Bisher war er in einem Dorf in der Diözese Augsburg Pfarrer.

Payappan stammt aus Indien. Aufgewachsen ist der 60-Jährige in der Stadt Kerala. Dort leben zahlreiche Christen, erzählt der Pfarrer. Während in Indien lediglich 2,3 Prozent der Bevölkerung christlichen Glaubens sind, seien es in Kerala über 18 Prozent. Auch sein Elternhaus sei streng katholisch gewesen.

Derart geprägt hatte Pater Thomas dann schon in der Schulzeit den Wunsch, ins Kloster zu gehen. Mit 16 Jahren trat er dem Orden der Karmeliter von der unbefleckten Jungfrau Maria bei. Im Kloster hat er dann eine jahrelange Ausbildung durchlaufen, hat Theologie und Philosophie studiert und ein zweijähriges Noviziat gemacht. Letztlich aber hat er sich für den Beruf des Priesters und gegen das Leben im Kloster entschieden. 1986 wurde er zum Priester geweiht. Drei Jahre später schickte sein Orden ihn nach Deutschland. Nachdem er beim Goetheinstitut mehrere Deutschkurse absolviert hatte, wurde er zunächst in Aichach als Kaplan eingesetzt. Bevor er in der aus acht Pfarreien bestehenden Pfarrgemeinschaft Dietkirch als Seelsorger tätig wurde.

An die Mitglieder seiner neuen Gemeinde hat Pater Thomas Payappan einen großen Wunsch: Sie sollten nicht aus Gewohnheit, sondern aus Überzeugung Christen sein. Zudem sollten sie zu Christus eine persönliche Beziehung aufbauen, unabhängig von ihrem Pfarrer. „Denn Pfarrer kommen und gehen.“ (sus)

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