Gröbenzell

Neuer Plan: Kindergarten auf Züblingelände

Noch liegt das Areal an der Lena-Christ-Straße in Gröbenzell brach, die Pläne für eine Bebauung sind jetzt aber zumindest einen Schritt weiter. Auf dem Züblinzwickel sollen nun Sozialwohnungen beziehungsweise auch ein Kindergarten entstehen.

Gröbenzell

Nach langen Debatten ist die Bebauung des Züblinzwickels an der viel befahrenen Lena-Christ-Straße einen Schritt näher gerückt. Mit großer Mehrheit – gegen die Stimmen von zwei Grünen – hat der Gemeinderat beschlossen, den Bebauungsplan für das Grundstück der Kommune zu ändern: Es soll eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,95 festgesetzt werden. Die Verwaltung soll ein Nutzungsprogramm ausschließlich mit Sozialwohnungen oder mit weniger Wohnungen und dafür einem Kindergarten vorlegen. Die Gemeinde muss dringend neue Kindergärten bauen. Nicht zuletzt, weil das Wichtelhaus seit Jahrzehnten provisorisch im Freizeitheim untergebracht ist.

Bei der Kindertagesstätte soll es zwei Varianten geben: eine mit zwei und eine mit vier Gruppen. Ohne Kindergarten könnten mit einem geänderten Bebauungsplan rund 27 Wohnungen entstehen. Mit einer zweigruppigen Einrichtung wären es 23 oder 22 und mit einer viergruppigen Einrichtung 19, schätzte Bauamtsleiter Markus Groß.

Der Vorschlag, auf dem Gelände auch einen Kindergarten zu bauen, stieß bei einigen Gemeinderäten auf heftigen Widerstand. Reinhard Paesler (CSU) lehnte dies ab, unter anderem weil das Züblingelände weit weg vom öffentlichem Nahverkehr liege. Andere Standorte wie die Bahnhofstraße, der Kastanien- oder der Lenzweg wären besser geeignet.

Sein Fraktionskollege Anton Kammerl kritisierte, dass das Grundstück quasi jenseits der Ortsgrenze liegt. Er sprach gar von einem „Schildbürgerstreich“ und einer „Schnapsidee“.

Martin Runge (Grüne) sprach von einem „Kindergarten-Drive“. Er kritisierte zudem, dass sich die GFZ verdoppeln solle. Derzeit ist auf dem Grundstück eine GFZ von 0,46 zulässig, es könnten lediglich 16 Wohnungen entstehen. Für eine Förderung durch den Freistaat waren das zu wenige. Die Regierung von Oberbayern forderte eine effizientere Ausnutzung des Grundstücks. Bei einem geänderten Bebauungsplan rechnet der Kämmerer Gregor Kamp mit einem Zuschuss von 30 Prozent für die Wohnungen. Auch der Bau eines Kindergartens würde bezuschusst.

Anita Rieger, ebenfalls CSU, sprach sich dafür aus, sämtliche Bebauungsvarian– ten zu prüfen. Für sie steht fest: „In jeder Suppe kann ein Haar gefunden werden.“ Peter Falk (SPD) forderte, man solle die Planung „nicht zerreden, sondern anschieben“.

Von Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) erfuhren die Gemeinderäte dann, dass das Züblingelände künftig an den ÖPNV angebunden sein wird: Eine neue Expressbuslinie von Puchheim über Lochhausen nach Moosach wird dort einen Halt einlegen.

Schäfer machte dem Gremium zudem klar, dass auch der Bau eines Kindergartens in der Bahnhofstraße weniger Wohnungen zur Folge habe. Er hat keine Bedenken, dass ein Kindergarten auf dem Züblingelände zu wenig genutzt werden könnte. Er geht davon aus, dass Kinder aus den Neubauten, aus dem Viertel um den Ziegeleiring und aus den Eiwobauten entlang der Lena-Christ-Straße, wo ein Generationswechsel zu erwarten ist, besucht werden wird. (sus)

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