Olchinger See statt Adria: So verbringen die Olchinger Abiturienten Sarah Hornsteiner (l.) und Hilal Demircan die Zeit nach den Prüfungen.
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Olchinger See statt Adria: So verbringen die Olchinger Abiturienten Sarah Hornsteiner (l.) und Hilal Demircan die Zeit nach den Prüfungen.

Feiern daheim am See

Abifahrt für dieses Jahr gestrichen: Viele Familien bleiben auf den Kosten sitzen

Mit dem Abitur in der Tasche geht es eigentlich auf eine letzte gemeinsame Reise: die Abifahrt. Doch Corona macht das dieses Jahr nicht möglich. 

  • Wegen der Corona-Pandemie mussten die Abifahrten an Gymnasien abgesagt werden.
  • Viele Familien bleiben jedoch auf den Kosten sitzen.
  • Die Alternative für die Absolventen ist jetzt zuhause am See ihren Abschluss zu feiern.

Olching/Gröbenzell – Das Abitur haben die Gymnasial-Schüler im Landkreis in der Tasche. Doch die große Party-Zeit danach fällt wegen Corona flach, Abibälle finden nicht statt. Nächtliche Discothek-Besuche, um den Hochschulabschluss würdig zu feiern, bleiben aus. Alles Erinnerungen, in denen die Absolventen gerne schwelgen würden, sei es zum zehnjährigen Abschluss-Jubiläum oder wenn später die eigenen Kinder ihr Abitur schreiben. Und damit nicht genug: Auch die meisten Abifahrten fallen der Pandemie zum Opfer.

Abifahrt storniert: Eltern bleiben auf den Kosten sitzen

„Unsere Abifahrt war für Juli geplant“, erzählt Adrian Heckenberger, Oberstufensprecher des Gymnasiums Gröbenzell. „Wir haben die Fahrt über einen Veranstalter gebucht. Es wäre auf eine kroatische Insel gegangen.“ Doch der Reiseveranstalter sagte die Fahrt ab. Es wären zu viele Schüler an einem Ort versammelt gewesen. Die Kosten in Höhe von 600 Euro wurden den Schülern beziehungsweise Eltern nicht zurückerstattet. „Teilweise wurde der Anwalt eingeschaltet“, sagt der Lochhausener Heckenberger.

Auch die Abiturfahrt des Olchinger Gymnasiums fällt aus. Wie in Gröbenzell wären auch die Olchinger Abiturienten eigentlich nach Kroatien gefahren. „Zu Beginn der Corona-Krise hatten wir die Wahl: Es drauf ankommen lassen oder stornieren“, berichtet Oberstufensprecherin Hilal Demircan. Alle Mitschüler ihres Abiturjahrgangs hätten die Fahrt letztendlich abgesagt. „Es war anfangs ja doch sehr, sehr unsicher“, so die 18-jährige Demircan. „Diejenigen, die später storniert haben, haben auch weniger zurückerstattet bekommen.“ Eine komplette Kostenrückzahlung haben aber selbst jene Schüler, die sofort storniert haben, nicht erhalten.

Alternativen zur Abifahrt: Eine Reise an Nord- oder Ostsee oder einfach am heimischen See feiern

Doch welche Alternativen bleiben den Abiturienten jetzt noch, um diesen wichtigen Lebensabschnitt wenigstens etwas zu würdigen? „Ab und zu gab es in der Woche nach den Prüfungen ein paar kleinere Feiern – eher ein Zusammensitzen – bei Schülern Zuhause“, sagt Adrian Heckenberger. „Anstatt der Kroatienfahrt hatten Mitschüler privat eine Reise nach Italien geplant, aber auch die wurde vorsichtshalber abgesagt.“ Jetzt müsse man sich innerhalb Deutschlands umschauen, vielleicht in kleinen, privaten Gruppen in die deutschen Küstengebiete fahren.

Auch die Olchinger Abiturientin Hilal Demircan meint: „Es werden wahrscheinlich individuell einzelne, alternative Fahrten geplant.“ Seit der Bekanntgabe der Abiturnoten haben sich die Schüler des Gymnasiums mal zum Grillen getroffen oder Picknick am Olchinger See gemacht, berichtet Mitschülerin und Jahrgangsstufensprecherin Sarah Hornsteiner. „Solange das Wetter gut ist, werden wir uns wahrscheinlich weiterhin alle am See treffen. Es ist ja das Einzige, das uns bleibt“, sagt die 18-Jährige. (lif)

In Grafing und Vaterstetten (Landkreis Ebersberg) sind Schüler auf Abifahrt gefahren und ein Schüler kam mit Corona zurück. Jetzt mussten alle Schüler in Quarantäne. Währenddessen steigt im Landkreis die Zahl der an Covid-19 erkrankten Menschen wieder. 

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