Anwohnerin fühlt sich gestört

Platzverweis für Bogenschützen

Gröbenzell - Die Gröbenzeller Bogenschützen trainieren seit Mai 2011 auf einem Areal am Fischerweg. Doch das ist nun vorerst vorbei. Eine Anwohnerin fühlt sich gestört – und hat eine einstweilige Verfügung erwirkt.

Vor fünf Jahren hat die Gemeinde der Abteilung Bogenschützen des SC Gröbenzell erlaubt, das Areal am Fischerweg westlich des Ascherbaches zu nutzen. Allerdings ohne Genehmigung. Denn das Grundstück, auf dem 87 Schützen, darunter auch zahlreiche Jugendliche, trainiert haben, liegt im Außenbereich. Es ist für die Landwirtschaft vorgesehen, nicht für eine sportliche Nutzung. Deshalb hat das Landratsamt nun eine einstweilige Verfügung erlassen, die die Nutzung des Grundstücks als Übungsfläche für Sportbogenschützen bis zum Abschluss eines bestandsfähigen Baugenehmigungsverfahrens untersagt.

Beantragt hatte diese der Olchinger Rechtsanwalt Ewald Zachmann im Namen einer Anwohnerin. Diese fühlt sich durch die Schützen in ihrer Ruhe gestört. Unter anderem auch, weil zahlreiche Sportler mit dem Auto zum Fischerweg fahren und in der Straße parken. Zachmann bezeichnet die derzeitige Nutzung als „eine glatte Schwarznutzung“. Er fordert, dass ein ordnungsgemäßes Verfahren durchgeführt werden muss. „Wir leben doch nicht im Wilden Westen.“ Er weist darauf hin, dass auch das Landratsamt bereits in der Vergangenheit mehrfach ein solches gefordert habe, doch nichts sei geschehen.

Im Gröbenzeller Rathaus ist die Verfügung bislang noch nicht eingegangen. Deshalb will sich Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) dazu auch nicht äußern, sondern erst abwarten, bis er die Anordnung gelesen hat.

Dass es ein Problem mit dem Übungsplatz der Sportschützen gibt, ist schon länger klar. Deswegen hat der Gemeinderat bereits schon vor der Verfügung reagiert. Die Verwaltung wurde beauftragt, planungsrechtliche Maßnahmen in die Wege zu leiten. Denn der Platz ist wettkampftauglich, „es ist nicht mit Pfeilen zu rechnen, die quer durchs Dorf fliegen“, sagte Klaus Coy (FDP). Geprüft werden soll auch, ob andere Nutzer einbezogen werden können, denn auch Pfadfinder nutzen ein Grundstück in diesem Bereich. Stellplätze zu schaffen – bis zu 30 werden notwendig werden – sei kein Problem, so Vize-Bürgermeister Martin Runge (Grüne). Ein Grundstück angrenzend an den Fischerweg nördlich der Augsburger Straße, das von der Gemeinde als Lagerplatz genutzt werde, stehe dafür zur Verfügung. Allerdings warnte Runge bereits in der Gemeinderatssitzung: „Uns muss bewusst sein, dass es Querschüsse geben kann und der Betrieb eingestellt werden muss.“

So ist es nun auch gekommen. Der Vorsitzende der Bogenschützen, Erich Lambser, will sich dazu nicht äußern. Wie aus dem Arbeitspapier zu der Sitzung bekannt wird, sieht er aber in Gröbenzell keinen anderen Ort, um Bogensport zu betreiben. Auch der Rathausverwaltung ist ein anderer Ort nicht bekannt. Denn die Schützen benötigen viel Platz, mindestens 7500 Quadratmeter. Zudem muss das Grundstück lang und schmal sein. Müssten die Schützen die Gemeinde verlassen, drohe ein massiver Mitgliedereinbruch, hieß es weiter in dem Arbeitspapier. Denn Kinder und Jugendliche kämen in der Regel per Fahrrad zum Training – und das sei dann nicht mehr möglich.

von Susanne Schwind

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