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Nur bei der Notwendigkeit einer zweiten Stammstrecke herrschte Einigkeit.

Diskussion vor Landtagswahl 

Kandidaten kritisieren Stammstrecken-Pläne

Die Top-Kandidaten der etablierten Parteien trafen sich in Gröbenzell zu einer Diskussionsrunde. Der Landtagswahlkampf ist im vollen Gange.

Gröbenzell – Die Landtagswahl rückt mit großen Schritten näher. Zu zahlreichen Punkten haben sich die Kandidaten bereits geäußert. Nur: „Die Umweltthemen gehen unter“, erklärte Eugenie Scherb vom Bund Naturschutz am Montagabend im Bürgerhaus. Deshalb hatten die Naturschützer alle Kandidaten – bis auf die AfD – zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Abgesagt hatte Benjamin Miskowitsch (CSU). Auf dem Podium saßen letztlich Ulrich Bode (FDP), Hans Friedl (FW), Peter Falk (SPD) und Martin Runge (Grüne).

Einig waren sich die Vier, dass grundsätzlich eine zweite Stammstrecke für die S-Bahn benötigt wird. Doch nicht jeder befürwortete die aktuelle Umsetzung. Runge betonte: „Ich bin für die zweite Stammstrecke, aber gegen die zweite Röhre.“ Diese habe Taktverschlechterungen und Umsteigezwänge zur Folge. Bode und Friedl drückten aus, dass es mit der zweiten Stammstrecke nicht getan sei. Falsch sei, zu sagen, wir brauchen eine zweite Stammstrecke oder den Südring, erläuterte Bode. Er machte klar, dass beides gleich notwendig sei. Falk hätte sich hingegen mehr Bahnhöfe gewünscht. Insgesamt forderte er einen großen Wurf, für den er sich auch Milliardeninvestitionen vorstellen könne – dazu gehören die Ertüchtigung des Güternordrings und eine weitere S-Bahnlinie entlang der A 8. Friedl fügte außerdem an: „Wir brauchen Tangentenverbindungen.“

Der FW-Kandidat äußerte sich auch zur MVV-Tarifreform. Kurzfristig wünscht er sich einen streckenbezogenen Tarif, langfristig müsse das Ziel der Nulltarif sein. Friedl forderte zudem den Schluss des Autobahnrings um München. Die Natur wolle er damit nicht zerstören, versicherte er auf Nachfrage des Moderators Peter Bierl. Er würde den Südring großteils unter der Erde bauen. Doch Runge entgegnete, selbst die Autobahndirektion Süd – kein Autofeind – lehne den Südring unter anderem wegen massiver Eingriffe in die Natur ab. Diesen großteils unterirdisch zu errichten, koste „Abermilliarden“ und mache manche Anschlussstelle unmöglich.

Thema des Abends war außerdem die Energie. Bode forderte konkrete Projekte, dass nicht nur geredet wird wie im Landkreis Fürstenfeldbruck, sondern auch gehandelt.

Heftige Kritik erntete der frühere Ministerpräsident Horst Seehofer für die Einführung der 10H-Regelung. „Dies hat in Bayern die Windkraft praktisch zum Erliegen gebracht“, monierte Bode. „Das war der größte Schmarrn“, empörte sich Friedl. Und Runge versprach: „Dies wollen wir rückgängig machen.“

Beim Punkt Landwirtschaft standen sich teils konträre Meinungen gegenüber. Bode war überzeugt, ökologische und konventionelle Landwirtschaft verschwimmen immer mehr. Er forderte, nicht immer gegen die Landwirte zu argumentieren. Diese wüssten schon: mit der Natur zu arbeiten ist besser als dagegen. Friedl, selbst Nebenerwerbslandwirt, lag es am Herzen, regionale Erzeugung und Vermarktung zu fördern.

Susanne Schwind

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