Professor James Davis ist Politikwissenschaftler.

Gröbenzell

Politik-Experte warnt bei CSU-Empfang vor großem Krieg

Es waren nachdenkliche, eher deprimierende Worte, die anlässlich des traditionellen Neujahrsempfangs der Gröbenzeller CSU den Zuhörern mit auf den Weg gegeben wurden.

Gröbenzell -  Professor James Davis, amerikanischer Politikwissenschaftler an der Schweizer Universität in St. Gallen, hatte sich Gedanken über die Zukunft gemacht. Davis’ Schwerpunkt liegt im Bereich der internationalen Politik, speziell der US-Außen- und Sicherheitspolitik, der politischen Psychologie sowie der transatlantischen Beziehungen.

Deutschland beziehungsweise Bayern ist ihm nicht unbekannt. Seine Vorfahren stammen aus dem Bayerischen Wald. An der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität habilitierte er. Davis betonte: „Wir können froh sein, in diesem Land zu leben.“ Denn: „Wir haben das große Glück, in Frieden, Freiheit und Wohlstand zu leben. Wir genießen seit mehr als 70 Jahren Frieden zwischen den Großmächten.“ Das sei aber keine Selbstverständlichkeit.

„Wir müssen uns Sorgen machen“, so der Wissenschaftler. Jahrelang habe die teure moderne Kriegsführung sowie die verheerenden Auswirkungen einen Krieg zwischen Großmächten verhindert. Dazu tragen nach seiner Überzeugung auch nukleare Waffen bei. Doch mittlerweile ermöglichten es ganz neue Technologien die Schäden in einem Krieg auf Distanz zu halten. Der Feind könne mittels Drohnen oder Cyberwaffen angegriffen werden, ohne dass die eigenen Soldaten zu Schaden kommen. Auch nukleare Waffen seien mittlerweile so einsetzbar, dass sie keinen Kollateralschaden anrichten. „Wird das Risiko eines Angriffs als gering eingeschätzt, neigen Politiker dazu, dieses Risiko einzugehen“, warnte Davis.

Zudem seien die USA müde geworden und nicht mehr bereit, die Kosten für die globale Führung zu übernehmen. Und das nicht erst unter Trump – auch dessen Vorgänger sei schon dazu nicht mehr bereit gewesen. Seine Schlussfolgerung lautete daher: „Ein Großmachtkrieg ist nicht mehr so undenkbar.“ Was dagegen getan werden kann, diese Frage konnte Davis nicht beantworten. Er riet lediglich dazu: „Es ist wichtig die Wahrheit zu sagen.“

Ein Thema, das auch der Bürgermeisterkandidat der CSU bei den Kommunalwahlen im März, Anton Kammerl, aufgriff. Er versprach, sollte er zum Rathauschef gewählt werden, werde er mit den Kindern und Jugendlichen Gröbenzells immer einen Dialog, „einen offenen Diskurs über das Große und Ganze führen“. Denn Gröbenzell, in dem im Frühling mehr Blumen blühten, als im Botanischen Garten, das ein kulturelles Angebot habe, das sich sehen lassen könne, sei keine Insel.  sus

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