Statement des Vize-Bürgermeisters

Polizei-Fusion mit Olching: Das sagt Gröbenzell dazu

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Hat die Gemeinde Gröbenzell das Polizeigebäude verlottern lassen und damit die Zusammenlegung mit der Olchinger Inspektion indirekt vorangetrieben? Das Rathaus sagt Nein.

Gröbenzell– Gröbenzells Vize-Bürgermeister Martin Runge – Rathauschef Martin Schäfer ist seit Montag im Urlaub – betont im Hinblick auf den Zustand der Wache: „Dem Gemeinderat ist seit langem bewusst, dass das Haus saniert werden muss. Deshalb haben wir Geld eingeplant.“ Doch die letzten Nachfragen beim Staat, wer Mehrkosten für sicherheitsrelevante Details übernimmt, seien unbeantwortet geblieben. Daher habe die Sanierung nicht beginnen können.

Der Gemeinde gehört der Gebäudeteil, in dem die Inspektion untergebracht ist. Doch dahinter gibt es auch Wohneigentum, das zu Teilen der Kommune, zu Teilen aber auch Privaten gehört. Die Gemeinde könne also nicht alleine entscheiden. Schon seit 2015 beschäftige sich das Rathaus mit der Sanierung. Dem Gemeinderat sei im Juli 2016 das Konzept vorgestellt worden. Heuer seien für das Projekt 580 000 Euro eingeplant gewesen. Die Gesamtkosten werden auf 650 000 Euro geschätzt. Die Eigentümergemeinschaft habe die zur Sanierung nötigen Beschlüsse – soweit möglich – gefasst. Alles sei vorbereitet gewesen.

Zwar fordern die Puchheimer SPD und ihr Rathauschef Norbert Seidl, dass sich der Gröbenzeller Bürgermeister Martin Schäfer sowie die Landtagsabgeordneten für den Erhalt der Gröbenzeller Polizeiinspektion stark zu machen. Doch die Polizeiverantwortlichen von Oberbayern-Nord sehen aufgrund massiver Sicherheitsmängel und maroder Bausubstanz für die derzeitige Polizeiinspektion in Gröbenzell keine Zukunft. Das Haus wurde 1977 gebaut, eine Generalsanierung gab es noch nie. Die sei auch nun nicht notwendig, heißt es aus dem Rathaus. Es gehe nur um eine energetische Ertüchtigung und die Anpassung an die heutigen Standards der Polizei. Gröbenzells Kämmerer Gregor Kamp betont, dass die Abstimmung mit Polizei und Behörden bis Ende 2016 gut gelaufen sei. Doch dann habe man keine Antworten mehr auf die abschließenden Fragen bekommen. Das Geld blieb unangetastet.

Runge und Schäfer haben den Eindruck, dass die Entscheidung gegen Gröbenzell längst gefallen war, als Schäfer am Freitag informiert wurde. Aber Runge stellt klar: „Sollte der Zuschnitt der Polizeiinspektionen so wie jetzt erhalten bleiben, können wir in Gröbenzell auch einen neuen Standort suchen.“

Die Sicherheit der Bürger soll jedenfalls nicht leiden, verspricht Hans-Peter Kammerer, Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums in Ingolstadt. „An der Präsenz der Beamten wird sich in keinem Fall etwas ändern.“ (zag/ tog)

Rubriklistenbild: © dpa

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