Die Ährenfeldschule wird umgebaut, der Betrieb wird aber fortgesetzt. Schule, Hort und Mittagsbetreuung nutzen die verbleibenden Räume dann gemeinsam.

Ährenfeldschule

Protest gegen Aus der Mittagsbetreuung

Gegen die Absicht der Gemeinde, sich aus der Mittagsbetreuung an der Ährenfeldschule zurückzuziehen, formiert sich Protest. Eltern haben die Rechtsaufsicht eingeschaltet. Der Beschluss sei rechtlich fragwürdig, sagen sie.

Gröbenzell– Zahlreich waren Elternvertreter von Hort und Mittagsbetreuung zur jüngsten Gemeinderatssitzung gekommen – und haben ihren Unmut über das Vorhaben der Gemeinde zum Ausdruck gebracht. Sie fordern, dass der Beschluss vom März, wonach die Gemeinde ab dem Schuljahr 2018/19 die Mittagsbetreuungsgruppe aufgeben will, aufgehoben wird.

Der Beschluss ist rechtlich fragwürdig, kritisierte Christine Karl in der aktuellen Viertelstunde der Gemeinderatssitzung. Er sei sachlich unrichtig und formell nichtig. Der Gemeinde sei nämlich ein Form- beziehungsweise Ladungsfehler unterlaufen, argumentieren die Eltern. Denn das Thema „Mittagsbetreuung“ stand nicht auf der Agenda der Märzsitzung. Es wurde vielmehr kurzfristig in den Tagesordnungspunkt Bebauungsplan Ährenfeldschule eingeschoben. Die Eltern haben daher die Rechtsaufsicht eingeschaltet.

Zudem kritisieren sie, dass im Vorfeld des Beschlusses der Elternbeirat nicht angehört worden sei. Das sei aber im Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz und im Sozialgesetzbuch vorgeschrieben. Hätte die Gemeinde dies getan, hätte sie erfahren, dass die Eltern damit nicht einverstanden sind, betont Volker Quedzuweit im Gespräch mit dem Tagblatt.

Er kritisiert zudem, dass die Gemeinde bei ihrer Schülerprognose für die kommenden Jahre mehrere Faktoren nicht berücksichtigt habe. Der zuständige Mann im Rathaus, Georg Hörl, hatte im März auf Tagblatt-Anfrage für die kommenden fünf Schuljahre durchschnittlich 275 Kinder für die Ährenfeldschule vorhergesagt. Davon würden etwa 100 die Ganztagsklasse besuchen und keine Nachmittagsbetreuung benötigen. 100 weitere Kinder würden im katholischen und im gemeindlichen Hort betreut, weitere 24 in der Mittagsbetreuung der Arbeiterwohlfahrt. Und so manches Kind wünsche gar keine Nachmittagbetreuung.

Quedzuweit aber moniert, dass die Gemeinde in ihre Zahlen nicht einbezogen habe, dass es derzeit zahlreiche Zuzüge nach Gröbenzell gebe. Ältere Bürger verließen ihre Häuser und Wohnungen, jüngere Familien mit Kindern zögen nach. Zudem stünden die Ganztagsklasse und der katholische Hort nicht nur den Schülern der Ährenfeldschule, sondern allen Gröbenzeller Grundschülern offen. „Die Gemeinde schaut nicht über den Tellerrand hinaus“, sagt er. Seien eines Tages doch mehr Kinder angemeldet als prognostiziert, müssten wieder Container aufgestellt werden.

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) will sich zu den Vorwürfen derzeit nicht äußern. Er möchte die Reaktion der Rechtsaufsicht auf die Beschwerde der Eltern abwarten. Zudem wird es am 23. Juni ein Gespräch mit den Elternvertretern geben.

Schäfer stellt aber klar, dass sich seit Einführung der gemeindlichen Mittagsbetreuung die Zahl der Schüler erheblich verändert habe. Damals sei die Schule vierzügig gewesen, jeder Jahrgang habe also aus vier Klassen bestanden. Ab dem kommenden Schuljahr aber sei sie dreizügig, zudem eine der drei Klassen eine Ganztagesklasse. Der Bedarf an Mittagsbetreuung und Hort sei also geringer. Und bereits jetzt gebe es freie Plätze in den Nachmittagsbetreuungseinrichtungen. (sus) 

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