Auch im Alltag sollen die Schongauer ihr Fahrrad nutzen, und zwar ohne Gefahr. Dafür muss in der Stadt noch einiges geändert werden, auch an der Augsburger Straße. hh
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Auch im Alltag sollen die Gröbenzeller ihre Räder nutzen.

Gröbenzell

Radfahren soll weiter gefördert werden

Die Gröbenzeller sollen mehr radeln. Derzeit sind es knapp ein Viertel ihrer Wege, für die die Bürger das Fahrrad oder das E-Bike nutzen. Diese Quote soll auf 30 Prozent gesteigert werden. Das hat jetzt der Gemeinderat beschlossen.

Gröbenzell – Die Gröbenzeller sollen mehr radeln. Derzeit sind es knapp ein Viertel ihrer Wege, für die die Bürger das Fahrrad oder das E-Bike nutzen. Diese Quote soll auf 30 Prozent gesteigert werden. Das hat jetzt der Gemeinderat beschlossen.

Um das Radfahren zu fördern, ist die Gemeinde vor fünf Jahren Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) geworden. Um den den Titel „Fahrradfreundliche Kommune“ zu erhalten, hatte die AGFK einige Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben. Eine Untersuchung im September ergab, dass etliche Projekte umgesetzt wurden. Darunter ein Radverkehrskonzept, dass der Gemeinderat im Juni 2019 beschlossen hatte. Was aber noch fehlte, um den Titel tatsächlich zu vergeben, war eine Haushaltsbefragung zur Mobilität in der Gemeinde. Diese liegt nun vor.

1500 Haushalte waren angeschrieben worden, 468 hatten geantwortet. Die Verwaltung und die Gemeinderäte erfuhren so nicht nur, dass der Radverkehrsanteil bei 23,8 Prozent beträgt, sondern auch, warum so mancher nicht das Fahrrad nutzt. Das Wetter hält demnach die meisten davon ab, sich aufs Rad zu setzen. Es folgen die Entfernung des angestrebten Ziels, die Unsicherheit und mangelhafte Radverkehrsbedingungen. Allerdings ist die Befragung noch nicht komplett ausgewertet.

Brigitte Böttger (CSU) begrüßte es im Gemeinderat zwar, dass die Quote der Radler erhöht werden solle. Sie lehnte es aber ab, Auto- und Radfahrer gegeneinander auszuspielen. Sie kritisierte die Aussage im Beschluss, dass der Radverkehrsanteil „insbesondere zu Lasten der individuellen Mobilität“ gesteigert werden solle.

Aus Sicht von Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) ist klar, dass an einer Seite etwas erhöht werden muss, wenn es an anderer Stelle runtergehen soll. „Es ist das Ziel, den Autoverkehr zurückzufahren“, fügte Martin Runge (Grüne) hinzu.

Verkehrsreferent Walter Voit (Grüne) bezeichnete den Radanteil am Verkehr zwar als „ziemlich gut,“ er sei aber noch steigerungsfähig. Das will er auch mit Hilfe von finanzieller Unterstützung für die Bürger erreichen. Er beantragte unter anderem, den Kauf von Lastenrädern und Fahrrad-Anhängern zu fördern. Das soll die Gröbenzeller dazu bewegen, öfter mit dem Fahrrad zum Einkaufen zu fahren.

Voit ist überzeugt, dass so manche Familie auf einen Zweitwagen verzichten würde, wenn sie eine bequeme Alternative für den Transport von Lasten und Personen hätte. Die Anschaffung eines Lastenrades oder eines Anhängers sollte die Gemeinde mit 300 Euro unterstützen. Auch die Anschaffung eines solchen Rades oder Radanhängers durch mehrere Haushalte oder eines Vereins will er mit maximal 500 Euro bezuschussen.

Im Gemeinderat stieß der Antrag nicht nur auf Gegenliebe. Ursula Retz (Grüne) fürchtete den Mitnahmeeffekt. Abgestimmt wurde über den Antrag nicht. Bürgermeister Schäfer erklärte nämlich, dass wegen der Corona-Krise alle Fördermittel der Gemeinde auf den Prüfstand gestellt werden.(sus)

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