So soll das neue Rathaus aussehen. Baubeginn ist im Frühjahr 2018 geplant. 

Infoveranstaltung 

Rathaus-Neubau bewegt Gröbenzeller

Der Rathaus-Neubau beschäftigt die Gröbenzeller. Deshalb hatte die Gemeinde zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Es gab zahlreiche Fragen – und die Bürger erfuhren, wie hoch das neue Verwaltungsgebäude werden soll.

Gröbenzell– Noch in diesem Jahr, voraussichtlich Ende November, soll das alte Rathaus abgerissen werden. Im Frühjahr 2018 soll der Neubau angefangen werden, zwei Kräne sind davor vorgesehen. Fertig soll das neue Rathaus im Spätherbst 2019 sein, sodass die Verwaltung dann einziehen kann.

Der Vorentwurf für den Neubau steht bereits fest. Doch bevor weiter geplant wird, hatte Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Doch nicht all zu viele Bürger waren der Einladung gefolgt. So mancher Stuhl im Saal des Freizeitheimes blieb leer. Diejenigen aber, die gekommen waren, hatten zahlreiche Fragen zu dem Millionenprojekt.

Der höchste Punkt des Rathauses soll 14,7 Meter hoch sein. Rund 17,6 Millionen Euro sind für den Bau angesetzt. Die Summe beinhaltet auch die Kosten für eine Tiefgarage, einen Puffer für Unvorhersehbares von über 1,6 Millionen Euro sowie 900 000 Euro für Sonderwünsche. So sind unter anderem eine Photovoltaikanlage, eine begehbare Dachterrasse, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und ein Blockheizkraftwerk geplant. Zudem sollen die Außenanlagen unter anderem mit Brunnen und Boulebahn gestaltet werden.

Schulden wird die Gemeinde für den Rathaus-Neubau nicht machen müssen, versicherte Schäfer auf Nachfrage eines Bürgers. „Wir haben derzeit das Geld auf der hohen Kante.“ Er versprach auch, dass für die im Neubau geplanten öffentlichen Toiletten keine Benutzungsgebühr vorgesehen sei. Einem anderen Bürger lagen die Zahl und die Größe der Stellplätze am Herzen. 46 Parkplätze wird es in der Tiefgarage geben, erläuterte Schäfer. Sie sollen 2,50 Meter breit werden, also 20 Zentimeter mehr als es das Mindestmaß vorschreibe. Auch Ladestationen für Elektroautos sind vorgesehen.

Wie viele Fahrradständer es geben wird, konnte der Bürgermeister Werner Herbolzheimer aber nicht beantworten. Die genaue Zahl stehe noch nicht fest. Er versicherte aber, es werden wesentlich mehr als vorgeschrieben sei, und es werde auch Abstellplätze für Radl mit Anhänger geben.

Wochenmarkt und Veranstaltungen im Ortszentrum sollen während der Bauphase „weitestgehend nicht berührt werden“, erklärte Stephan Leissle von dem mit der Planung des Bauvorhabens beauftragten Büros Behnisch Architekten. Die Poststraße werde zwar verengt, Zweirichtungsverkehr sei aber möglich.

Auf Nachfrage Werner Herbolzheimers erfuhren die Zuhörer auch, dass Sitzungssaal und Trauungszimmer – im Gegensatz zum restlichen Gebäude – keinen festen, sondern einen beweglichen Sonnenschutz erhalten werden. Und auf Frage Walter Voits, sagte Schäfer, dass zwar so mancher Baum weichen müsse, aber keine der vor dem alten Rathaus stehenden Linden. Ersatzpflanzungen seien vorgesehen.

Kunstwerke, die im alten Rathaus hingen, sollten auch im neuen einen Platz finden, versprach Schäfer. Eine Arbeitsgruppe sei damit beschäftigt, Möglichkeiten zu finden diese sinnvoll und sichtbar unterzubringen. Eine große Herausforderung sei es aber einen Platz für das große 3,50 Meter mal fünf Meter Holzrelief von Arno Visino zu finden. Das Kunstwerk, das die Sparkasse der Gemeinde einmal geschenkt hat, ist aus Platzgründen seit Jahren im Bauhof eingelagert.

CSU-Gemeinderat Anton Kammerl meldete sich ebenfalls zu Wort. Er wünschte sich eine 3D-Simulation des neuen Rathauses samt der näheren Umgebung. Sein Ratskollege Johann Böhmer (FWG) begrüßte die Idee angesichts des „Projekts mit herausragender Bedeutung“.

Doch Peter Falk (SPD) stellte klar, es gebe bereits ein maßstäbliches Modell. Und Schäfer erinnerte daran, dass sich das Preisgericht gegen eine solche Simulation ausgesprochen habe. Er versprach aber, dass man sich intensivmit Kammerls Idee beschäftigen werde.

von Susanne Schwind

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