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Riesiger Andrang bei Sonder-Impfaktion

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Lange Schlangen bei der Sonder-Impfaktion am Samstag in Gröbenzell.
Lange Schlangen bei der Sonder-Impfaktion am Samstag in Gröbenzell. © Peter Weber

Lange Schlangen bei der Sonder-Impfaktion am Samstag in Gröbenzell: 367 Immunisierungen gegen das Coronavirus wurden durchgeführt. Die Organisatoren hatten nur mit 40 bis 60 Impfwilligen gerechnet und mussten Überstunden machen. Auch dafür bekamen sie viel Lob. Kritik gab es dagegen an den Öffnungszeiten des Landkreis-Impfzentrums.

Gröbenzell – „Es könnte knapp werden mit dem Impfstoff“, befürchtet Jessica Freiherr, als sie die Menschen durchzählt, die auf eine Spritze warten. Die Schlange reicht um das komplette Gebäude des Edeka an der Olchinger Straße herum. Im Café des Supermarktes hatten Jessica Freiherr und Sonja Froschauer am Samstag ehrenamtlich und in Kooperation mit dem Impfzentrum Fürstenfeldbruck eine Corona-Impfaktion organisiert.

Von dem riesigen Ansturm wurden sie überrascht. „Wir haben wie bei unseren ersten beiden Impfaktionen mit 40 bis 60 Leuten gerechnet“, sagt Jessica Freiherr. Doch schon kurz vor 12 Uhr hatte das Team mehr als 120 Menschen immunisiert – und die Schlange schien kein Ende zu nehmen. „Man sieht, wie groß der Bedarf ist. Es sind viele ältere Leute hier, die keinen Termin im Impfzentrum bekommen, weil das derzeit auf Minimalbetrieb läuft“, sagt Sonja Froschauer.

Sonja Froschauer und Jessica Freiherr (r.).
Sonja Froschauer und Jessica Freiherr (r.). © Peter Weber

Auch Jessica Freiherr ärgert das: „Es kann nicht sein, dass Ehrenamtliche alles organisieren müssen.“ Sie hatte auch diese Aktion ehrenamtlich mit Sonja Froschauer auf die Beine gestellt – obwohl die beiden Frauen eigentlich nichts mit dem Thema Corona-Impfungen zu tun haben.

Hans Huber ist froh über das Angebot. Er und seine Frau wollten ihre Booster-Impfung. „Zwei Tage habe ich es im Impfzentrum telefonisch versucht und bin nicht durchgekommen“, ärgert er sich. Sogar hingefahren ist. Aber ohne Termin wurde er am Eingang abgewiesen. Nun haben sie im Café des Supermarkts ihre Immunisierung erhalten. Und dazu gab es einen Krapfen. Den hatte die Bäckerei Wünsche ausgegeben. Die Leckerei sollte als Anreiz zum Impfen dienen. Glücklicherweise hatte Filialleiterin Gabriele Böhmer genügend geordert. „Letzte Woche haben sich schon viele nach der Aktion erkundigt, aber dass es ein solcher Ansturm wird, hätte ich trotzdem nicht gedacht“, sagt sie.

Auch die Puchheimerin Elke Eberl ist gekommen: „Ich wollte nicht ins Impfzentrum, weil das umständlich und weiter zum Fahren ist. Außerdem weiß man nicht, ob man einen Termin bekommt.“ In Gröbenzell konnte man dagegen ohne Voranmeldung und Registrierung vorbeikommen. Eberl ist ebenfalls für ihre Auffrischungsspritze dort. „Wenn man die erste und zweite Impfung in Anspruch genommen hat, ist klar, dass man dahinter steht und auch die Booster-Impfung nimmt.“

Karin Weber dagegen erhält ihre erste Dosis. Warum hat sie gewartet? „Man hat so viel Negatives über Impfstoffe gehört, aber jetzt sind die Zahlen hoch und überall ist Risikogebiet“, sagt sie. Weber ist aus Augsburg gekommen: „Ich habe im Internet davon gelesen, und bei uns gibt es keine Aktion, bei der man einfach kommen kann.“ Die Stadtverwaltung von Augsburg hatte bereits am Samstagvormittag an die Bürger appelliert, das dortige Impfzentrum ohne Termin nicht mehr aufzusuchen. Die Kapazitäten seien ausgeschöpft.

Anders in Gröbenzell. Da geht mittags noch was. Und so ist Anna-Maria (13) für ihre Erstimpfung gekommen. „Ich will, dass sie in der Schule geschützt ist“, sagt Mutter Silvia Sigl. Aber auch, dass ihre Tochter wieder zum Sport kann. Anna-Maria boxt. Aber: „Ungeimpft kann sie nicht in den Verein gehen.“ Die beiden warten seit zwei Stunden und sind immer noch weit vom Eingang entfernt. „Ohne Termin muss man Wartezeit in Kauf nehmen“, sagt Silvia Sigl entspannt. Das findet auch Romy Steiner. Sie ist zur Booster-Impfung vor Ort. „Ich möchte meine Angehörigen schützen und bin selbst Risiko-Patientin. Impfen ist der einfachste Weg, um die Pandemie zu beenden.“ Seit zweieinhalb Stunden wartet sie – und das geduldig.

Am Ende waren es dann 367 Impfungen, davon 106 Erstimpfungen. Und Landrat Thomas Karmasin schreibt auf Facebook, der große Andrang in Gröbenzell zeige, „dass wir unser Impfangebot schnellstmöglich wieder ausbauen müssen“.

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