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In Gröbenzell stehen Bauarbeiten an.

Gröbenzell schreibt Flachdächer vor

Rund um den grünen Baum: Bahn frei für Bagger im Bahnhofsquartier

Jahrzehntelang hat es gedauert, fast eine halbe Million Euro hat es gekostet: Jetzt gibt es grünes Licht für die Bebauung der westlichen Gröbenzeller Bahnhofstraße rund um den Grünen Baum. Ein Kritikpunkt hält sich aber.

Gröbenzell– Der Bebauungsplan Bahnhofstraße beschäftigt den Gemeinderat seit vielen Jahren. Bauamtsleiter Markus Groß hat errechnet, dass sich die Kosten bereits auf 431 000 Euro belaufen – seit dem Jahr 2005. Nun ist man wohl auf der Zielgeraden: Zum zweiten Mal wurde der sogenannte Billigungsbeschluss gefasst (mit fünf Gegenstimmen von der CSU). Das war notwendig, weil das Areal beim ersten Mal noch fälschlicherweise im vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet lag. Zudem gab es diverse Einwendungen und Gutachten mussten eingeholt werden.

Der aktuelle Stand

Der Plan muss noch einmal ausgelegt werden. Sollten sich aber keine Änderungen ergeben, gilt der Billigungsbeschluss als Satzungsbeschluss und es kann gebaut werden. Eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Gastronomie und Einzelhandel soll entstehen. Auch ein Hotel ist zulässig – allerdings höchstens mit 90 Betten. Die Beschränkung hatte Martin Runge (Grüne) beantragt.

Flachdach-Debatte

Wieder kam Kritik daran auf, dass bis auf das Grundstück des Grünen Baums streng vorgeschrieben ist, dass Flachdächer gebaut werden müssen. CSU-Fraktionsvorsitzende Brigitte Böttger sagte: „Unserer Fraktion gefallen Flachdächer nicht so.“ Runge erinnerte daran, dass der Billigungsbeschluss im März (mit der Flachdach-Regel) nur eine einzige Gegenstimme hatte: die des Christsozialen Anton Kammerl.

Böttger wehrte sich: Bisher sei niemals klar gewesen, dass Flachdächer vorgeschrieben werden. Das verwunderte Runge erneut. Böttger habe sich im Rahmen des Architektenwettbewerbs zur westlichen Bahnhofstraße selber als kundig in Sachen Architektur gelobt. Und hier ist laut Bauamtsleiter Groß dezidiert von Flachdächern die Rede gewesen.

Gründächer ein Schildbürgerstreich?

Kammerl, der auch Bürgermeisterkandidat ist, sprach von „Schildbürgerstreich“. 60 Prozent der überplanten Fläche gehören der Gemeinde, die ebenfalls Flachdächer bauen müsse. Das sei eine „Verschwendung von Steuergeldern“, da diese niemals so haltbar seien wie Satteldächer – zum Beispiel bei Starkregen. Kammerl fürchtete außerdem: Mit dieser Bauweise werde „unsere gewachsene Identität“ geopfert. Schon damals warnte er vor einer Art Plattenbau-Siedlung.

Der Spezialist für Dächer im Gemeinderat, Dachdeckermeister Claus Donath (UWG), betonte: Flachdächer sind die Dächer der Zukunft. Ein Hagelschaden sei bei einem funktionierenden Gründach etwa nicht zu befürchten. Zudem müsse man, was bei Hausbauten unten an Grün weggenommen werde, oben wieder zurückgeben.

Garagen gefährlich?

Monika Baumann (Grüne) sorgte sich angesichts von Tiefgaragenein- und ausfahrten um die Sicherheit von Radlern und Fußgängern. Doch Klaus Coy (FDP) führte Baumann vor Augen, dass auch durch bereits bestehende Tiefgaragen in der Kirchenstraße niemand gefährdet werde.

Kein Kreisverkehr

Der immer wieder aufkommende Wunsch, die Kreuzung von Schubert- und Bahnhofstraße durch einen Kreisverkehr zu regeln, wird sich wohl nicht erfüllen. Ein Verkehrsgutachter hat festgestellt, dass dazu der Platz fehle. Aber auch aus Verkehrssicherheitsgründen sei dieser nicht notwendig. Laut Polizei sei die Kreuzung nämlich kein Unfallschwerpunkt.(sus)

Auch interessant: Der Landkreis will auf Flachdächer verzichten und fordert das auch für den Bau des geplanten Notfall-Lagers.

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