Argentinischer Tango: Angelika und Alfredo Foulkes aus Gröbenzell sind auf der Bühne zu sehen. 

Vor dem alten Rathaus 

Runde zwei für „Gröbenzell ist bunt“

Die Sonne strahlte und die Referentin für interkulturelle Zusammenarbeit Cordula Braun lachte. Die Gemeinderätin der UWG hatte vor rund einem Jahr die aus insgesamt 99 Nationen stammenden Gröbenzeller zu einem bunten Fest eingeladen. 

Gröbenzell – Dicht gedrängt schoben sich die Besucher durch die Straße und über den Rathausplatz. Sie bestaunten und probierten, was ihnen an Kulinarischem aus der ganzen Welt angeboten wurde.

Am heutigen Samstag ab 14.30 Uhr geht „Gröbenzell ist bunt“ vor dem alten Rathaus im Ortszentrum in die zweite Runde. Das Angebot ist wieder äußerst vielfältig. Mittlerweile leben Bürger aus 103 Nationen in der Gemeinde am Gröbenbach. Viele von ihnen beteiligen sich an dem Fest.

Am Stand der Ärztin Anne Sittl etwa gibt es Informationen aus Ghana. Anne Sittl hat mithilfe zahlreicher Spenden in einem kleinen Fischerdorf in Ghana, wo es weit und breit keinen Arzt gibt, ein Gesundheitszentrum aufgebaut. Eine Einrichtung, die nicht nur ärztliche Versorgung bietet, sondern auch Projekte zu Empfängnisverhütung, Vorbeugung von Krankheiten oder Umweltschutz. Anne Sittl wird an ihrem Stand aber nicht nur Informationen, sondern auch handgefertigte Taschen verkaufen.

Selbstgemachtes gibt es auch bei Lisa Röhrl. Die Amerikanerin zeigt ihre Quilts und betreut einen Stand von afghanischen Frauen, die ihre kunstvollen Stickereien ausstellen. Es sind Arbeiten, die in der Heimat der Frauen ganze Familien ernähren.

Mit dabei sein wird auch James Souverain. Die Liebe, aber auch das verheerende Erdbeben im Jahr 2010 waren die Gründe, weshalb der gebürtige Haitianer nach Deutschland kam. Nach der Naturkatastrophe war seine Lebensgefährtin, eine Gröbenzellerin, nach Haiti gereist, um zu helfen. Sie verliebte sich in den jungen Mann. Eineinhalb Jahre später konnte Souverain mit einem Studentenvisum nach Deutschland kommen, wo er mittlerweile sein Elektrotechnikstudium nahezu beendet hat. In seiner Heimat konnte er nicht weiter studieren. Die Universität war bei dem Erdbeben zerstört worden.

An einem anderen Stand können sich Besucher nach afrikanischer Tradition Zöpfe flechten lassen, an einem weiteren chinesische Kalligrafie kennenlernen. Sie haben die Möglichkeit, Schmuck zu basteln, Mandalas zu malen oder Macadamia-Nüsse zu kaufen, die Waldorfschüler anbieten und in Kenia produziert wurden.

Auch für die kleinsten Besucher ist gesorgt. Unter anderem gibt es eine Märchenstunde. Speisen aus 20 verschiedenen Ländern stehen zum Verkauf. Auf einer Bühne ist ein vielfältiges Programm geboten. Künstler aus Gröbenzell, die Weiberlight mit Pit laden zum Mitsingen ein. Das Querflötenquartett und Junior Blech der Musikschule präsentieren ihr Können, Trommler und Colobian Rhythms sorgen für heiße Rhythmen. Indische, vietnamesische, indonesische und tibetische Tanzvorführungen bieten auch wegen ihrer bunten Trachten etwas fürs Auge, ebenso wie Angelika und Alfredo Foulkes, die Tango und Folklore aus Argentinien vorführen.

Auch deutsche Trachten werden zu sehen sein, nicht aber aus Gröbenzell. Der Verein Almfrieden hat zum großen Bedauern Cordula Brauns seine Teilnahme wie im vergangenen Jahr auch heuer abgesagt. Stattdessen werden D‘Maisachtaler ihr Können unter Beweis stellen.

Die Besucher sind aber auch selber zum Tanzen aufgefordert. Um 20.30 Uhr gibt es einen Sirtaki-Lehrgang. Den Abschluss des Kulturfestes bilden um kurz nach 22 Uhr die beiden Rapper Emre und Haubir.

(sus)

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