In Gröbenzell

Salut-Kanone wartet auf ihren Einsatz

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Sie wirkt wie ein Relikt aus dem Mittelalter: Eine Kanone, mit der man Burgmauern zu Fall bringen kann. Doch tatsächlich handelt es sich lediglich um eine Salutwaffe aus der berühmten Schmiede von Josef Wenig, die gerade 30 Jahre auf dem Buckel hat.

Gröbenzell – Nichtsdestotrotz wurde das gute Stück in den Sommermonaten 2017 restauriert und aufgehübscht. Die Kanone gehört der Reservistenkameradschaft Gröbenzell. Nun erstrahlt sie in neuem Glanz und soll möglichst bald bei Veranstaltungen und Feiern eingesetzt werden.

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr zählt bundesweit über 115 000 Mitglieder und ist auch im Landkreis mit zahlreichen Gruppen vertreten. Allein die Gröbenzeller Kameradschaft hat über 100 Mitglieder. Viele Ortsgruppen der Reservisten spezialisieren sich auf bestimmte Aspekte des Militärs. So restaurieren sie einige alte Militärfahrzeuge und stellen sie anschließend aus – so wie man es auf dem Brucker Altstadtfest sehen konnte. Andere konzentrieren sich auf den Modellbau oder machen militärische Sportübungen.

Das Steckenpferd der Gröbenzeller ist das Schießen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Truppe um den frischgebackenen Vorsitzenden Ralf Stadelmann eine Salutkanone besitzt, die meist zu besonderen Anlässen abgefeuert wird. Das gute Stück ist eine 51 Kaliber Ausführung und kann sogar ohne Waffenschein abgefeuert werden. Jedoch braucht man einen Lehrgang, um mit dem Böllerpulver, das in der Kanone benutzt wird, umgehen zu dürfen.

„Früher haben wir sie beispielsweise immer zum Volkstrauertag abgeschossen, doch leider wurde das die letzten zwei Jahre von der Gemeindeverwaltung abgelehnt“, erzählt der ehemalige Oberstleutnant. Jetzt hoffen der Vorstandsvorsitzende und sein verantwortlicher Kanonenexperte Alfred Held, dass das gute Stück bald wieder zum Einsatz kommt und gleichzeitig auf eine erfolgreiche Zukunft der Kameradschaft Salut geschossen wird.

Sorgen um die Zukunft trüben beim frischgebackenen Gröbenzeller Reservisten-Chef Stadelmann etwas über die Kanone. Reservistenvereine sind, wie der Name schon vermuten lässt, Gruppen von ehemaligen, gedienten Bundeswehrsoldaten, die entweder lediglich ihre Grundausbildung absolviert haben oder als Berufssoldat beschäftigt waren. „Doch seit dem Aussetzen der Wehrpflicht fehlt uns sozusagen der Nachwuchs“, erklärt Stadelmann.

Ungediente Zivilisten – sogenannte Förderer – können zwar auch dem Verband beitreten, haben aber starke Einschränkungen, wenn es um die Teilnahme an den Veranstaltungen des Vereins geht. Denn ein zentraler Aspekt des Verbandslebens sind die vielen Übungen das ganze Jahr über.

Zum einen finden regelmäßig militärische Trainings statt – meist am Wochenende, denn die Mitglieder sind ja noch größtenteils berufstätig. Zum Anderen gibt es Schießübungen, ähnlich denen in einem Schützenverein. Daneben haben die Mitglieder die Möglichkeit bei den monatlichen Treffen Vorträge zu halten und über militärhistorische Themen zu referieren, erklärt Stadelmann.

Die Gröbenzeller Truppe hat auch ihren eigenen Vereinsraum im Obergeschoss des Gasthauses zur Alten Schule. Dort stehen in Vitrinen die zahlreichen Pokale und Urkunden, die die Kameradschaft in den vergangenen Jahren gesammelt hat. „Leider schaffen es in der Regel nur zehn bis 20 Mitglieder zu unseren monatlichen Treffen“, erzählt der 49-jährige Gröbenzeller Stadelmann.

Auch das Vereinsleben war bis zur Wahl des 49-Jährigen zum Vorstandsvorsitzenden im Juni vergangenen Jahres eher ein wenig eingeschlafen Doch Stadelmann will mit mehr Veranstaltungen das Freizeitangebot der Kameradschaft vergrößern, damit sie attraktiver wird, und so wieder mehr Mitglieder zur aktiven Teilnahme animieren.

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