„Blue again“ heißt die Schülerfirma, was dafür stehen soll, dass die Meere wieder blau werden. Bei ihrer Präsentation beim Landeswettbewerb konnten die Gröbenzeller Waldorfschüler überzeugen.

Prämiertes Projekt

Schüler entwickeln Öko-Verpackung für Pausenbrote

Es ist einer der Öko-Trends schlechthin: Plastikmüll vermeiden. Das haben sich auch 19 Waldorfschüler aus Gröbenzell vorgenommen. Sie haben ein Brotzeitpapier entwickelt, das Alu- und Frischhaltefolie ersetzen soll.

Gröbenzell – Anfang des Schuljahres haben sich zunächst 13 Zehntklässler der Rudolf-Steiner-Schule zusammengefunden, um eine Firma zu gründen. Dies geschah mit Hilfe von „Junior“ (Junge Unternehmer initiieren – organisieren – realisieren), einem Programm, das Schülern das Thema Wirtschaft näher bringen soll. Die Jugendlichen waren sich einig, dass ihre Firma etwas Nachhaltiges produzieren sollte. Es kam die Idee auf, eine umweltfreundlichere Verpackung für das Pausenbrot herzustellen: ein Wachstuch. Ihr Unternehmen nannten sie „blue again“, was dafür steht, dass die Meere wieder blau sein sollten.

Die Produktion läuft folgendermaßen ab: Ein Stofftuch, das die Schüler aus Spenden erhalten, wird gewaschen und auf die passende Größe zugeschnitten. Danach wird geschmolzenes, ökologisches Bienenwachs mit etwas Kokosfett in den Stoff eingebettet und mit einem Bügeleisen eingearbeitet. Das Tuch kann sich an verschiedenste Formen anpassen. Somit dient es als wiederverwendbare Alternative für Alu- und Frischhaltefolie. „Die Tücher, die wir seit Anfang des Schuljahrs verkaufen, halten immer noch“, erzählt die 15-jährige Marta Fiederling. Zunächst wurden die Tücher bei Märkten an der Schule feilgeboten, jetzt sind sie auch im Internet sowie in einigen Bioläden und Reformhäusern in der Umgebung erhältlich.

Die Schüler verkaufen Wachspapier für das Pausenbrot, das immer wieder verwendet werden kann und somit deutlich umweltfreundlicher als Folie ist.

An der Firma arbeiten inzwischen 19 Schüler in vier Abteilungen mit: Produktion, Verwaltung, Finanzen und Marketing. Mindestens einmal in der Woche kommt das Team während der Schulzeit zusammen, um seinen Aufgaben nachzugehen. Doch die Schüler scheuen sich auch nicht davor, ihre Freizeit für die Firma zu opfern. „Wir treffen uns teilweise auch am Wochenende, um weitere Wachstücher zu produzieren. Ohne dieses Engagement wäre unsere Firma nicht so gut gelaufen“, erzählt der Vorstandsvorsitzende Mika Marischka (16). Anfangs konnten die Schüler in 90 Minuten zwei bis drei Tücher herstellen. Mittlerweile sind die Abläufe so gut einstudiert, dass 30 bis 40 Tücher in der gleichen Zeit produziert werden.

Schüler treten nun beim Bundeswettbewerb der Schülerfirmen an

Die Mühe hat sich bezahlt gemacht: Beim Junior-Landeswettbewerb trat „blue again“ gegen über 100 andere Schülerfirmen an – und landeten auf dem ersten Platz. Eine Jury bewertete die Firmen in fünf Kategorien: Geschäftsbericht, Bühnenpräsentation, Gestaltung des Messestands, Interview und Geschäftsidee. Zusammen mit einer Schule aus Würzburg präsentierte „blue  again“ das stimmigste Gesamtkonzept und darf Bayern beim Bundeswettbewerb in Berlin vertreten.

Die Schülerfirma muss sich allerdings nach dem Schuljahr wieder auflösen, da das Junior-Programm nur ein Jahr lang läuft. „Wir überlegen, die Firma trotzdem weiterzuführen“, verrät Mika Marischka. „Ich habe hier Erfahrungen gemacht, die ich sonst in der Schule nicht erlebt hätte.“ Ideen für die Weiterentwicklung ihres Produkts haben die Schüler auch schon. Sie arbeiten an einem Tuch mit Klettverschluss, mit dem sich Lebensmittel luftdicht verschließen lassen.

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Von Laura Edele

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