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Eine-Welt-Arbeit

Spende für Seenotretter ruft Skepsis hervor

10 000 Euro stehen jedes Jahr im Haushalt der Gemeinde parat, um die Eine-Welt-Arbeit zu unterstützen. Die Gemeinderäte geben Anregungen, welche Projekte unterstützenswert wären. Bei einem war man sich da zunächst unsicher.

Ohne Widerstand durchgewunken wurden 1500 Euro für die Ausstellung zum Thema „weltweite Misshandlung von Mädchen und Frauen durch Genitalverstümmelung“. 4500 Euro fließen in eine Unicef-Aktion gegen die Hungersnot in Kenia, 2000 Euro in das Projekt Viva con Aqua. Letzteres setzt sich dafür ein, allen Menschen weltweit den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewähren. Dafür unterstützt die Organisation Wasserprojekte unter anderem in Uganda, Ruanda, Nepal, Äthiopien, Indien und Brasilien. Die Projekt-Vorschläge kamen von Brigitte Böttger (CSU), Klaus Coy (FDP) und Marianne Kaunzinger (UWG).

Für eine zunächst kontroverse Diskussion sorgte Kaunzingers weitere Idee, auch die Seenotrettung durch Mission Lifeline mit 2000 Euro zu unterstützen. Mission Lifeline wurde 2016 gegründet und ist mit einem Schiff vor den Küsten Libyens unterwegs, um schiffbrüchigen Flüchtlingen das Leben zu retten. Thomas Eichler (CSU) kritisierte die Organisation als „zumindest ein wenig fragwürdig“ und „Handlanger von Schleppern“.

Doch andere Gemeinderäte widersprachen vehement. „Es kann nicht sein, dass wir Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen, um damit eine abschreckende Wirkung zu erzeugen“, hielt Axel von Walter (SPD) entgegen. Und Martin Runge (Grüne), der auch Landtagsmitglied ist, berichtete, dass der Landtag einhellig mit den Stimmen der CSU Seenotrettern gedankt habe. „Die Rettung von Menschen aus Seenot ist Ausdruck einer Hilfsbereitschaft, die von Humanität und Mitmenschlichkeit geprägt ist“ heißt es unter anderem in einem Beschluss des Landtages. Argumente, die den Kritiker Eichler überzeugten, sodass letztlich die Unterstützung von Mission Lifeline einhellig beschlossen wurde. 

von Susanne Schwind

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