Beliebt bei Spaziergängern : Die Gröbenbachwiese ist etwa sechs Hektar groß und liegt größtenteils im vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet.

Zwischen Gemeinde und Eigentümer 

Streit um Bebauung der Gröbenbachwiese

Im Gröbenzeller Gemeinderat ist man sich größtenteils einig, dass die Gröbenbachwiese als Überschwemmungsgebiet unbebaut bleiben muss. Das soll ein Bebauungsplan regeln. Der Eigentümer will das nicht hinnehmen und spricht sogar von einer „Kriegserklärung“.

Gröbenzell– Der Gemeinderat hatte bereits Veränderungssperren erlassen, nachdem das Landratsamt im Zuge mit dem Flüchtlingszustrom das Grundstück für Asylunterkünfte in Betracht zog. Diese wurden vor wenigen Wochen noch einmal um ein Jahr verlängert. Zudem wurde ein Bebauungsplanentwurf gebilligt.

Die Grünen und der CSU-Gemeinderat Kurt Köppl lehnten den Entwurf ab. Das etwa sechs Hektar große Grundstück liegt im Außenbereich und soll laut Bebauungsplanentwurf völlig frei gehalten werden. Denn das Areal liegt großteils im vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet und soll daher für den Hochwasserschutz als Polder dienen.

Grundstück im Außenbereich

Martin Runge (Grüne) kritisierte die Planung. Zum einen wünschte er sich, dass wie bereits vor Jahren beschlossen, endlich über die Grundsatzfrage diskutiert wird, wie mit Flächen im Außenbereich der Gemeinde umgegangen werden soll. 1990 hatte es nämlich einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates gegeben. Grundstücke im Außenbereich sollen demnach von Bebauung freigehalten werden. Doch immer wieder komme es zu Anfragen und Anträgen, dort bauen zu dürfen. „Es wäre sinnvoll, wenn wir insgesamt eine klare Linie ziehen“, erklärte Runge. Am 26. April, soll darüber debattiert werden, kündigte Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) an.

Runge würde das Grundstück am liebsten in Händen der Gemeinde wissen. Der Bürgermeister ist in diesem Zusammenhang bereits vom Gemeinderat zu Verhandlungen über einen Ankauf aufgefordert worden. Doch Peter Falk (SPD) zeigte sich davon mittlerweile wenig begeistert. „Ich rate dazu, in den kommenden zwei Jahren wenig Zeit für Gespräche zu haben“.

Falk sieht sich von den Eigentümern der Wiese falsch informiert. Einer der beiden Brüder habe ihm mitgeteilt, es habe in der Vergangenheit keine Vereinbarungen mit dem Landratsamt bezüglich des Baus von Flüchtlingsunterkünften gegeben. Eine Anfrage Falks bei Landrat Thomas Karmasin (CSU) erbrachte, dass es zwar keine vertragliche Vereinbarung gab. Ines Roellecke vom Landratsamt erklärte allerdings, dass das Landratsamt keine Bauanträge ins Blaue hinein stelle. Es gebe „Absichtserklärungen von Seiten der Familie Böhmer, die in der Tat beim Landratsamt die begründete Hoffnung keimen ließen, dass man hier durch Verhandlungen zu einer Einigung und letztendlich zu einem Pachtvertrag kommen könnte“. Kurt Köppl votierte gegen den Beschluss, da er es ablehnt, aus dem „besten Bauland“, wo nach seiner Beobachtung noch nie Wasser stand, auf immer und ewig eine Wiese zu machen.

Eigentümer glaubte an Kooperationsbereitschaft

„Das ist eine Kriegserklärung“, empört sich Johann Böhmer, einer der Eigentümer der Gröbenbachwiese, angesichts des Bebauungsplanentwurfs für sein Grundstück. Für eine Entscheidung über eine Klage sei es aber noch zu früh. Geklagt hat er aber, wie auch sein Bruder Michael, gegen die Veränderungssperre. Die Verhandlung darüber beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof steht aber noch aus.

Johann Böhmer ist sichtlich enttäuscht über das Vorgehen des Gemeinderates. Denn erst vor wenigen Wochen, im Januar, habe er in einem Gespräch mit Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) Kooperationsbereitschaft offenbart. Und er habe aufgrund einer von ihm selbst in Auftrag gegebenen hydrologischen Untersuchung dargelegt, wie das Hochwasserproblem gelöst werden könne. Sein Vorschlag: Der Gröbenbach soll aufgeweitet werden. Zudem sollen auf einem Areal auf Aubinger Flur, das ebenfalls im Besitz seiner Familie ist, Retentionsräume geschaffen und ein Ausgleich für Bauvorhaben gesichert werden. Auch ein Bauverbot für die Wiese sei damit nicht gegeben. Sein Bruder Michael kritisierte den Entwurf in einer E-Mail an den SPD-Gemeinderat Peter Falk als einen „unerträglichen Übergriff“. (sus)

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