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Gröbenzell

Streit um Neubau am Ortsrand

Ein geplanter Neubau im Außenbereich sorgt für Unmut im Gröbenzeller Gemeinderat. Das Gremium hält das Gebäude für zu groß, lehnte das Vorhaben immer wieder ab. Das letzte Wort hat aber das Landratsamt – und die Behörde hat an den Plänen nichts auszusetzen.

Gröbenzell – Der Antrag der Eigentümer, ihr aus den 50er- Jahren stammendes Zweifamilienhaus am Grasweg abzureißen und an gleicher Stelle einen Neubau zu errichten, beschäftigt die Gemeinderäte bereits seit 2016. Die Mandatsträger halten das neue Gebäude für zu groß. Das Landratsamt sieht dies allerdings anders.

In einem Schreiben hatte die Behörde der Gemeinde im vergangenen September mitgeteilt, dass deren Verweigerungshaltung nicht gerechtfertigt sei. Werde die Kommune sich weiterhin querstellen, werde das Landratsamt den Bau selbst genehmigen. Doch der Gemeinderat blieb bei seiner Entscheidung und verweigerte die Zustimmung erneut mit großer Mehrheit.

Keine klare Linie

Nicht abgestimmt wurde allerdings über den Vorschlag aus der Bauverwaltung, eine Zustimmung zu signalisieren, wenn der Bau deutlich kleiner ausfallen sollte. Genau das haben die Bauherren nämlich signalisiert. Demnach soll der umbaute Raum lediglich von derzeit rund 700 auf knapp 900 Kubikmeter anwachsen.

Der Gemeinderat kritisierte vor allem, dass das Landratsamt keine klare Linie verfolge. Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) erinnerte an eine Entscheidung der Behörde aus dem Jahr 2016. Damals hatte der Eigentümer eines Hauses, das ebenfalls am Grasweg liegt, den Neubau eines Einfamilienhauses beantragt. Dabei hatte das Landratsamt sein Einvernehmen aber verweigert. Begründet worden sei dies unter anderem damit, dass das beantragte Gebäude mit einer Kubatur von 621 Kubikmetern die des Bestandgebäudes (549 Kubikmeter) „nicht nur geringfügig überschreitet“. Eine Überschreitung von 13 Prozent wurde also als nicht geringfügig angesehen. Bei dem aktuellen Bauantrag für das Zweifamilienhaus hatte die Behörde sich ganz anders zur Überschreitung geäußert. Obwohl dort das Volumen um 42 Prozent wachsen soll, sah das Amt dies nicht als Problem.

Auf Tagblatt-Nachfrage erklärt eine Sprecherin des Landratsamtes, dass im Fall des abgelehnten Bauantrages für das Einfamilienhaus nicht die Kubatur entscheidend gewesen sei. Viel mehr habe die „Mangelhaftigkeit des Gebäudes vom Bauherrn nicht schlüssig und nachvollziehbar dargestellt“ werden können. In einem neuen Bauantrag und einem Ergänzungsgutachten sei dies aber nachgeholt worden.

Und im Fall des Zweifamilienhauses habe sich die Behörde in erster Linie an der zulässigen Wohnfläche orientiert. Bei Ersatzbauten sei dabei eine Erweiterung von bis zu zehn Prozent zulässig. Das bisherige Gebäude habe 166 Quadratmeter, beantragt seien 180. Zulässig wären 182 Quadratmeter. Zudem erhöhe sich die versiegelte Fläche kaum, von bisher 111 auf 113 Quadratmeter. Dies sei ein wesentlicher Aspekt beim Bauen im Außenbereich.

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