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Gemeinde will bisherigen Zuschnitt erhalten 

Streit um Polizeiwache: CSU wendet sich gegen Landtags-Vize

Der Gemeinderat ist sich einig: die Polizeiinspektion Gröbenzell soll im bisherigen Zuschnitt erhalten bleiben. 

Gröbenzell – Einhellig hat das Gremium Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) seine Unterstützung in seinen bisherigen Aktivitäten zugesichert. Ohne Widerspruch aus der CSU-Fraktion wurde auch die Wortwahl des Landtagsmitglieds Reinhold Bocklet (CSU) zur Zukunft der Polizeiinspektion von mehreren Seiten kritisiert. Bocklet hatte am 29. September über eine Pressemitteilung die Überschrift gesetzt: „Marodes Mietobjekt vertreibt Polizeiinspektion“.

Die Polizeistation in Gröbenzell ist in einem 1977 errichteten gemeindlichen Gebäude in der Augsburger Straße untergebracht. „Ich lasse mir nicht den schwarzen Peter zuschieben“, machte Schäfer klar, der seit 2014 im Amt ist. Und Peter Falk (SPD) sagte, „die Marodität ist nicht in zweieinhalb, sondern vor über 10 bis 15 Jahren eingetreten“. Auch Michael Leonbacher (FW) kritisierte: „Die Äußerungen Bocklets sind nicht nachvollziehbar.“

Aus der CSU war dazu lediglich von Thomas Eichler zu hören, „was Bocklet geschrieben hat, will ich nicht kommentieren“. Und Brigitte Böttger sagte, es sei „mühsam und zäh uns als Fraktion vorzuwerfen, was Dienstobere gesagt haben“. Der Ortsvorsitzende der Christsozialen Andreas Keefer hatte ins gleiche Horn wie Bocklet geblasen. Er hatte geschrieben „aufgrund massiver Sicherheitsmängel und maroder Bausubstanz, die auf Untätigkeit der Gemeinde Gröbenzell zurückzuführen ist“, setze sich der Ortsverband der CSU für einen Neubau einer neuen Polizeiinspektion ein.

Schäfer erinnerte daran, dass der Gemeinderat bereits 2014, in seiner ersten Klausur, die Sanierung des Polizeigebäudes beschlossen habe. „Uns an den Karren zu fahren, ist eine richtige Frechheit“. Falk ergänzte, dass dazu bereits Geld im Haushalt eingestellt worden sei, 580 000 Euro stehen im laufenden Haushalt bereit um das 40 Jahre alte Gebäude zu sanieren. Sanierungsarbeiten haben auch bereits begonnen, allerdings lediglich an den ebenfalls im Gebäude untergebrachten Wohnungen. Der Teil, den die Polizei angemietet hat, blieb unangetastet.

Das Polizeipräsidium Oberbayern hatte heuer im Juni mitgeteilt, im Vergleich zu den grob ermittelten Kosten „ist der Aufwand für die sicherheitstechnische Ertüchtigung der Dienststelle bei genauer Betrachtung erheblich gestiegen“. Daher müsse der Umfang und die damit verbundenen Aufgaben erneut geprüft werden.

Falk kritisierte den möglichen Weggang der Polizeiinspektion und die Zusammenlegung mit der Olchinger Dienststelle. Dies habe mit staatlicher Sparpolitik zu tun, und führe dazu, dass die polizeiliche Betreuung Gröbenzells sich verschlechtern werde, sagte er.

Der Bürgermeister berichtete auch, wie er von der Zukunft der Polizeiinspektion erfahren habe. Demnach war er am 29. September zu einem Gespräch in die Inspektion gebeten worden. Dort wurde ihm ein mehrseitiger Vortrag zur Zukunft der Inspektion vorgetragen und er anschließend um Stillschweigen gebeten, da die Mitarbeiter der Inspektion noch nicht informiert seien. Doch als er die Inspektion gerade verlassen habe, „hat Bocklet bereits alles herausposaunt“. (sus)

Treffen zum Zuschnitt der Dienstbereiche

Bald hat Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) Gelegenheit, sich erneut für den Erhalt der Polizeiinspektion stark zu machen. Am Dienstag, 24. Oktober, kommen Landräte und Bürgermeister in Fürstenfeldbruck zusammen. Bei dem Treffen geht es um die Neustrukturierung der Dienstbereiche in den Landkreisen Bruck und Starnberg. Zwar hat Schäfer Grundstücke im Auge, die er als Ersatzstandorte anbieten könnte. Er verriet aber nicht wo diese liegen.

 Die CSU-Fraktion schlug als Fläche für die künftige Inspektion das gemeindliche Grundstück an der Kreuzung Augsburger-/Zweigstraße vor – ein Standort gegen den eine Anwohnerin in der Sitzung aber bereits protestierte und ein Vorschlag, den Schäfer mit „wildem Aktionismus“ kommentierte. Es sei weder bekannt wie groß die Inspektion werden solle noch wie viele Stellplätze benötigt würden. Martin Runge (Grüne) sagte, sollte der Dienstbereich einer aus Olching und Gröbenzell zusammengelegten Inspektion bis Egenhofen reichen, „macht ein Standort in Gröbenzell keinen Sinn“.








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