Tierquälerei

Stute verletzt: Polizei sucht Pferdeschänder

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In Gröbenzell wurde eine Stute in der Genitalregion und am Kopf schwer verletzt. Es ist nicht der erste Fall in der Gegend. Treibt ein Pferdeschänder sein Unwesen?

Gröbenzell – Der Schreck sitzt tief bei der Besitzerin der 17 Jahre alten Stute. „Als ich am Sonntagmorgen davon erfahren habe, war ich wie in Schockstarre“, sagt die Münchnerin (39). Um 8.30 Uhr bekommt sie einen Anruf von der Betreiberin des Stalls. Das Tier ist auf einem Hof in Gröbenzell untergebracht. Sie entdeckt bei der morgendlichen Fütterung Schürfwunden am Kopf der Stute. Bei genauerem Hinsehen bemerkt sie zudem, dass sie in der Genitalregion verletzt ist.

Die Stute leidet auch psychisch, wirkt mitgenommen und abwesend

Sofort alarmiert sie die Besitzerin und die Tierklinik Wolfesing in Zorneding im Kreis Ebersberg. Das Tier ist gestresst, schnell wird es zu Assistenzärztin Wibke Walders gefahren. „Ich war so aufgewühlt, zum Glück hat die Stallbetreiberin alles organisiert“, sagt die Besitzerin. In der Tierklinik wurden die Schnittwunden genäht und der Kopf versorgt. „Das Tier hat ein großes Hämatom und auch ein Trauma erlitten“, sagt Walders. Wie die Wunden zugefügt wurden, kann sie nicht sagen. „Mit einem scharfen Gegenstand, es kann jedoch auch eine Schlagverletzung durch ein anderes Pferd sein.“ Das komme vor und Hufeisen hätten schließlich scharfe Kanten. Zwei bis drei Wochen wird es Walders zufolge dauern, bis sich das Tier körperlich von den Strapazen erholt hat.

Doch die Stute leidet auch psychisch. Inzwischen hat die Münchnerin Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ihr Tier steht wieder im Stall. „Sie wirkt sehr mitgenommen und abwesend“, sagt die 39-Jährige. Es sei schwierig, die Wunden zu versorgen, denn das Pferd will dort nicht berührt werden. „Sie lässt mich kaum an sich heran.“

Auf dem Gröbenzeller Hof gibt es keine Überwachungskameras

Ob ein anderes Pferd oder ein Tierquäler ihre Stute verletzt hat – die Münchnerin weiß es nicht. Seit drei Jahren steht ihr Tier auf dem Hof, nie sei so etwas vorgekommen. Die Stute ist mit vier anderen in einem Offenstall untergebracht, der an eine Koppel angrenzt. Nachts sei die Tür verschlossen und das Schloss sei am Sonntagmorgen unversehrt gewesen. „Der Täter muss unter dem Zaun hindurchgekrochen sein“, so die 39-Jährige. Beweisen lässt sich das aber wohl nicht, denn Überwachungskameras gibt es keine – noch nicht. „Wir haben schon länger darüber nachgedacht, doch nun installieren wir wohl eine.“

Für die Tierärztin sind verwundete oder gequälte Pferde keine Seltenheit. „In jüngster Zeit gab es zwei bis drei andere Fälle. Ein Tier aus Alling hatte ganz ähnliche Wunden wie die Stute“, sagt sie.

Pferde aus Sicherheitsgründen nicht mehr nach draußen zu lassen, hält sie für falsch. Damit tue man ihnen keinen Gefallen. „Ich habe die Gegend um den Stall herum für sehr sicher gehalten“, sagt die Besitzerin der verwundeten Stute. Der Hof liege an einer Straße, in der Nähe sind mehrere Vereine angesiedelt. „Aber jetzt bin ich in Alarmbereitschaft.“

Den Fall übernimmt nun die Münchner Polizei, denn der Tatort – die Koppel – liegt auf Münchner Stadtgebiet. Sprecher Benjamin Castro-Tellez: „Wir ermitteln wegen eines Vergehens gegen das Tierschutzgesetz.“ Zudem prüft die Polizei einen möglichen Zusammenhang mit einer Serie von Kuhschändungen, die von Juni 2014 bis Mitte April 2015 die Aubinger in Aufruhr versetzten.

Rubriklistenbild: © dpa

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