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Hier sollte längst ein Dönerladen einziehen: Das ehemalige DB-Servicezentrum am Bahnhof.

Mit Veränderungssperre

Gröbenzell will Döner-Imbiss verhindern

Die Debatte um den Bahnhofskiosk in Gröbenzell reißt nicht ab. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hat sie regelrecht für Turbulenzen gesorgt. Einen Dönerverkauf soll es nicht geben.

Gröbenzell– Der Bahnhofskiosk beschäftigte wieder einmal den Gemeinderat. Nach kontroverser Diskussion und einer Sitzungsunterbrechung für eine kurze Fraktionssitzung der CSU im Trauungszimmer, war sich das Gremium einig. Wie von dem Grünen Martin Runge beantragt, soll die Rathausverwaltung nach Wegen suchen, den Kiosk zu erhalten beziehungsweise wieder zu beleben. Vor allem soll die Nutzung als Döner-Imbiss mit Gastraum verhindert werden. Zudem wurde beschlossen, für den Bereich um den Kiosk eine Veränderungssperre zu erlassen und einen Bebauungsplan aufzustellen mit der Bezeichnung „Sondergebiet Bahnhof“. In diesem sollen nur eisenbahnbezogene Nutzungen zulässig sein.

Ein Treffpunkt oder Infopoint als Alternativen zum Imbiss

Bereits am 1. Februar hatte die Bahn den Kiosk an einen Pächter übergeben, der in dem seit Jahren leer stehenden Gebäude einen Döner-Imbiss eröffnen will. „Wir sollten alles tun, damit diese Nutzung nicht kommt“, forderte Runge. Und Peter Falk (SPD) warnte: „Es geht um die Verschandelung der Ortsmitte“. In der Vergangenheit aber waren mehrere Versuche der Gemeinde, das Gebäude zu kaufen oder zu mieten gescheitert – auch an den Preisvorstellungen der Bahn. Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) betonte daher: „Wir sind im Dilemma, wir haben schon alles probiert, doch die Bahn ist nicht beweglich in unsere Richtung.“

Ideen, was in dem Kiosk eine Heimat finden könnte, gibt es bereits. Gerhard Beck von den Freien Wählern berichtete aus dem Steuerkreis zur Aufstellung eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Dieser sei sich einig die Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden der Gemeinde solle gestärkt und dazu die Bahnquerung aufgewertet werden – beispielsweise durch einen Treffpunkt oder einen Infopoint. Und Kulturreferent Klaus Coy (FDP) wusste von Künstlern, die das Gebäude des Kiosks gerne nutzen würden.

Auch Gröbenzells CSU hätte gerne den guten alten Bahnhofkiosk

Der Döner-Imbiss wurde trotz Ankündigung der Bahn bis heute nicht eröffnet, von Umbauarbeiten ist wenig zu sehen. Eine Nutzungsänderung wurde nicht beantragt. Die Fraktionsvorsitzende der CSU, Brigitte Böttger, wehrte sich, wie auch Marianne Kaunzinger (UWG), zunächst heftig gegen eine Veränderungssperre. Diese wolle Zeit gewinnen, erläuterte die Christsoziale und kritisierte: „Zeit haben wir gehabt, die Veränderungssperre kommt zu spät.“ Zudem befürchtet sie, die Sperre würde bedeuten, dass an dem Ort wieder über einen langen Zeitraum nichts passiere. Einerseits stellte sie klar, dass auch die CSU gerne den guten alten Bahnhofkiosk hätte. Anderseits fragte sie sich, was dort verkauft werden soll. Zeitschriften würden sowohl im Süden als auch im Norden nahe dem Bahnhof angeboten, Backwaren ebenfalls. Und Kaunzinger ist überzeugt: „Ein Dönerladen passt nicht schlecht.“

Als der Grüne Runge jedoch den Plan vorlegte, der offenbarte, wie der Kiosk aktuell umgebaut werden soll, war so mancher entsetzt. Für den Bürgermeister stand fest, „das ist eine Nutzungsänderung in einen Gastronomiebetrieb, das hat mit Bahn nichts mehr zu tun“. Bei den Gegnern der Veränderungssperre kam es zu einem Meinungsumschwung. Denn der Plan sieht sechs Stehtische und 22 Sitzplätze vor, Kühlschränke und Kühltheken, Warmtheke, Hähnchen- und Dönergrill. Ein Gastronomiebetrieb mit nur einer Toilette. Ein WC, das zudem, wie der Bürgermeister erläuterte, laut Vertrag mit der Bahn von der Gemeinde sowohl gereinigt als auch mit Papier versorgt wird. Zudem ließen Döner- und Hähnchengrill befürchten, dass die Umgebung unter Fettgestank leiden muss, ein Kamin müsse also für Abluft sorgen, betonte Schäfer. „Man kann keine Gastronomie auf Kosten anderer aufmachen“, empörte er sich.

von Susanne Schwind

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