+
Das große Holzrelief von Visino könnte im neuen Sitzungssaal unterkommen. Bereits seit Jahre n lagert es im Bauhof, weil es im alten Rathaus keinen Platz gab.

Wegen Rathausneubau

Gröbenzeller Kriegerdenkmal kommt auf Friedhof

Passen die Kunstwerke des alten Rathauses in den Neubau? Diese Frage wurde im Sonderausschuss für Bauvorhaben diskutiert. Nun wird das Kriegerdenkmal versetzt.

Gröbenzell– Einzig Marianne Kaunzinger (UWG) hatte sich dafür stark gemacht, einen neuen Standort in der Ortsmitte zu suchen. Sie schlug das Grundstück der Katholischen Kirche vor.

Diese Idee stieß aber auf wenig Gegenliebe. Reinhard Paesler (CSU), Mitglied des Kirchenvorstandes der Evangelischen Zachäusgemeinde, machte klar: „Ein Kriegerdenkmal ist kein Denkmal für Katholiken, die Gefallenen waren ja nicht nur Katholiken.“ Der Friedhof hingegen sei ein neutraler Ort.

Noch ist unklar, was mit dem Relief von Visino passiert

Klar ist bereits, dass der Brunnen von Eva Moskopf-Horst, der vor dem Rathaus steht, für den Neubau weichen muss. Geklärt werden muss aber noch, ob Teile davon an anderer Stelle wieder aufgebaut werden dürfen. Dazu müssen Gespräche mit dem Sohn der verstorbenen Künstlerin geführt werden.

Geht es nach dem Arbeitskreis Kunst am Bau, könnte der Sterntalerbrunnen vom Bahnhof zum Rathaus versetzt werden. Anita Rieger (CSU) erinnerte aber an die hohen Kosten, als das Sterntalermädchen vom Sparkassengebäude zum Bahnhof versetzt worden war.

Axel von Walter, der Architektur als Baukunst ansieht, hatte grundsätzliche Zweifel, ob Kunstwerke aus dem alten Rathaus und der Kontext des Neubaus zusammenpassen. Doch die Glasfenster von Veronika dell‘Olio und das kleine Holzrelief von Arno Visino, das bereits über dem Eingang des alten Rathaussaals prangte, konnte sich so mancher Rat im Neubau vorstellen. Ebenso die Glaskugelleuchten aus dem alten Sitzungssaal, die im Treppenhaus des Neubaus einen Platz finden könnten. Bevor aber endgültig beschlossen wird, was mit den Kunstwerken passiert, soll der Arbeitskreis gehört werden.

Eine Entscheidung darüber, ob das große Relief von Visino einen Platz im neuen Rathaus bekommen soll, ist ebenfalls noch offen. Im Sonderbauausschuss stieß der Einbau des Werkes allerdings auf wenig Gegenliebe.

Nur ein Raum im neuen Rathaus wäre groß genug für Visinos Kunstwerk

Visino hatte das Relief in den 1960er-Jahren für die Sparkasse gefertigt. Es stellt die Geschichte Gröbenzells dar. Als aber Ende der 1990er-Jahre das Sparkassengebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde, übergab die Bank das Werk der Gemeinde. Doch dieser fehlte der Platz, es aufzuhängen. Denn das Relief ist 3,50 Meter hoch und 6,30 Meter lang. Daher wurde es im Bauhof eingelagert.

Im neuen Rathaus gäbe es nun einen Raum, der groß genug ist, um das Werk aufzunehmen: der neue Sitzungssaal. Doch Begeisterung für diese Idee war im Ausschuss nicht zu spüren. „Das große Relief passt nicht in das Rathaus“, stand für Anita Rieger (CSU) fest. Und Axel von Walter (SPD) erklärte: „Für mich kommt das nicht in Frage.“ Der zuständige Architekt äußerte vorsichtige Zweifel: „Ich bin mir nicht sicher, ob das Werk an dieser Stelle zur Entfaltung gebracht werden könnte.“ Und Kulturreferent Klaus Coy (FDP) erinnerte daran, dass das Relief als eine Wand gedacht war. Da es im neuen Rathaus aber nicht eine gesamte Wand bedecken würde, fürchtet er, das der Eindruck entstehen könnte, dass sich jemand vermessen habe.

Planung für den Gröbenzeller Rathaus-Neubau schreitet voran

Der Sonderausschuss für Bauvorhaben hat nun die Entwurfsplanung für das neue Rathaus gebilligt. Diese beinhaltet einige Änderungen: mehr Fahrradständer als bisher geplant und Radlständer, die das Abstellen von Fahrrädern mit Anhängern oder von Lastenfahrrädern ermöglichen. Zudem wird es Ladestationen für E-Bikes geben.

Diese und weitere Änderungen lassen die Kosten für den Rathausneubau um rund 200 000 Euro auf 16 Millionen ansteigen, wobei aber bereits ein Puffer von 1,8 Millionen eingerechnet ist. Die Mehrkosten könnten im Zuge der weiteren Planung wieder eingespart werden. Sie könnten aber auch bei der Ausschreibung der Arbeiten für das neue Gebäude wieder ausgeglichen werden.

Beim Teilneubau der Ährenfeldschule deutet sich dies jetzt an. Nach der Ausschreibung von 70 Prozent der Arbeiten liegen die Kosten für den Bau um 160 000 Euro unter dem Haushaltsansatz. Fest steht nun auch, dass das neue Rathaus im KfW-Standard 55 gebaut wird, was einen zinslosen Kredit und einen Tilgungszuschuss von fünf Prozent für Neubauten der Kreditanstalt für Wiederaufbau zur Folge haben kann.

von Susanne Schwind

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Jugendlicher greift zu Messer und wird überwältigt
Ein jugendlicher Flüchtling hat in der Unterkunft in Aufkirchen eine Sicherheits-Mitarbeiterin mit einem Messer bedroht. Verletzt wurde niemand.
Jugendlicher greift zu Messer und wird überwältigt
Frau vergisst Essen auf dem Herd: Feuerwehr greift ein
Sie war auf dem Weg zur Arbeit, da fiel es ihr siedend heiß ein: Sie hatte in ihrer Wohnung Essen auf dem eingeschalteten Herd vergessen. 
Frau vergisst Essen auf dem Herd: Feuerwehr greift ein
Pilger nächtigt vor Kirche: Passanten rufen Polizei
Ein kroatischer Pilger hat in der Nacht auf Sonntag seinen Schlafplatz unmittelbar vor der katholischen Kirche am Nöscherplatz in Olching aufgeschlagen. Passanten …
Pilger nächtigt vor Kirche: Passanten rufen Polizei
Windkraft bleibt Option
Auch Mittelstetten ist jetzt endgültig aus der interkommunalen Windkraftplanung ausgestiegen. Einen entsprechenden Beschluss, wie vom Landratsamt empfohlen, fasste jetzt …
Windkraft bleibt Option

Kommentare